Rheinische Post: Mit Vollgas in die Sackgasse Kommentar Von Antje Höning

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Der Autobau ist eine Schlüsselbranche der
deutschen Wirtschaft. Er steht für Milliarden-Exporte, jede siebte
Stelle hängt von ihm ab. Daher sind Kanzler stets zur IAA gereist,
selbst wenn sie nichts am PS-Geprotze finden. Erst recht ist ein
Besuch in der Krise Pflicht. Doch die Chance, die Konzern-Chefs in
die Pflicht zu nehmen und dem Wahlvolk die automobile Zukunft zu
skizzieren, hat Merkel vertan. Beim Fernseh-Duell gab sie noch die
Verbraucherschützerin und erklärte, sie sei „stocksauer“ auf die
Branche. Gestern forderte sie diese nur müde auf, Vertrauen zu
gewinnen. Statt den Betrug an Dieselfahrern anzuprangern, die
Fahrverbote fürchten und Wertverluste erleiden, sprach Merkel nur von
„ausgenutzten Gesetzeslücken“. Das erinnert an den VW-Konzern, der
den Diesel-Skandal lange „Diesel-Thematik“ nannte. Dabei haben
Fortschrittliche wie Porsche und Volvo längst begonnen, den Abschied
vom Diesel einzuläuten. Statt das aufzugreifen und ein Ausstiegsdatum
mit langer Vorlaufzeit zu formulieren, was schon in vielen Branchen
als Innovationsmotor funktionierte, gibt Merkel dem Verbrennungsmotor
noch Jahrzehnte. Bloß den Wähler nicht erschrecken. Statt mit Vollgas
in die Zukunft geht es in die Sackgasse.

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