Rheinische Post: Türkische Zensur Kommentar Von Matthias Beermann

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Unter einem bürokratischen Vorwand kippen die
türkischen Behörden einen Dokumentarfilm über die kurdische
PKK-Guerilla aus dem Programm des Film-Festivals von Istanbul und
lassen damit die ganze Veranstaltung platzen. Es ist nur der
vorläufig letzte Vorfall, der zeigt, wie brachial die türkische
Regierung unliebsame Meinungen unterdrückt. Regelmäßig werden
Internetdienste wie Twitter oder Youtube gesperrt, klassische Medien
werden mit Nachrichtensperren drangsaliert. Besonders hart triff die
Staatsgewalt jene, die es wagen, Präsident Recep Tayyip Erdogan zu
kritisieren oder ihn gar zu verspotten. Sie landen wegen Beleidigung
vor dem Kadi. Wegen Majestätsbeleidigung. Seit Erdogan die Geschicke
der Türkei lenkt, ist das Land auf der Rangliste der Pressefreiheit
von Rang 116 auf Platz 154 abgestürzt. Den meisten Türken ist das
freilich herzlich egal. Ihnen ist die wirtschaftliche Lage wichtiger
als die Meinungsfreiheit. Aber damit begehen sie einen großen Fehler.
Meinungsfreiheit ist kein überflüssiger Luxus, sie ist die
Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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