Russische Waisenkinder: Pflegeltern statt Kinderheim

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Isolation, harte Erziehungsmethoden, Lieblosigkeit
– die Zustände in russischen Waisenheimen sind oft alarmierend. Jetzt
werden viele geschlossen, die Kinder stattdessen in Pflegefamilien
untergebracht.

„Unsere Vision –Jedem Kind ein liebevolles Zuhause– wurde fast
wörtlich von der Regierung übernommen. Seit 20 Jahren engagieren wir
uns in Russland dafür, dass verlassene Kinder wieder in Familien
aufwachsen und ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt werden“,
sagt Nikolay Slabzhanin, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Russland.

Mit Erfolg: Nach Regierungsangaben wurde in den Jahren 2012 bis
2015 bereits jedes dritte Waisenheim geschlossen. Lebten 2009 noch
125 000 Kinder in staatlichen Heimen, war es 2015 nur noch weniger
als die Hälfte. Auch die Einstellung der russischen Gesellschaft zu
ihren Waisenkindern habe sich gewandelt, berichtet Slabzhanin. 2012
wurden etwa 120 000 Kinder zur Adoption freigegeben, 2016 waren es
nur noch rund 69 000. „Heute werden weniger Kinder von ihren Eltern
weggegeben, ihre Betreuung wird neu organisiert und mehr Russen sind
bereit zu einer Adoption“, sagt Slabzhanin.

Dabei reißt die Kritik an den Heimen bis heute nicht ab. Es sind
in der Regel große Einrichtungen mit Schlafsälen, standardisierten
Abläufen, ohne Privatsphäre, ohne individuelle Betreuung. „Das
Umdenken verläuft nicht immer problemlos, aber es geht in die
richtige Richtung“, sagt Slabzhanin. „Jedes Jahr werden mehr Kinder
in Familien aufgenommen.“ Allein in der Region Murmansk seien bereits
sieben von zwölf staatlichen Heimen geschlossen worden. Ziel sei die
Schaffung von mehr Plätzen für Kinder in Pflegefamilien.
Heimunterbringung solle möglichst ganz vermieden werden.

Slabzhanin prognostiziert, dass sich langfristig ein stabiles
Netzwerk aus Pflegefamilien entwickeln werde und parallel dazu
kleinere Einrichtungen für Jungen und Mädchen, die eine besondere
Betreuung brauchen, entstehen. Slabzhanin: „Unser Anspruch ist: so
familiennah wie möglich!“

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen russische Pflegefamilien bereits
seit 15 Jahren durch psychologische und pädagogische Beratung,
Schulungen für Eltern, Kinder und Lehrer und einem mobilen Dienst in
ländlichen Gebieten.

Pressekontakt:
Für weitere Informationen und Interviewanfragen wenden Sie sich bitte
an:

Boris Breyer
Medienkommunikation
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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