Schwäbische Zeitung: Noch kein Ende der Affäre – Kommentar

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Das hat es noch nie gegeben. Eine Anklage gegen
einen Ex-Bundespräsidenten. Doch halt: Noch ist nicht gewiss, ob das
Landgericht Hannover überhaupt das Hauptverfahren einleitet. Denn was
vom Vorwurf der Bestechlichkeit übrig blieb, ist eher dünn. Hätte die
Staatsanwaltschaft also besser gar nicht ermittelt? Nein, denn dann
hätte jeder den berühmten Spruch von den Großen, die man laufen
lässt, auf den Lippen gehabt. Die Staatsanwaltschaft ist vorgegangen
wie bei jedem anderen Menschen auch, und für Wulff gilt weiterhin,
wie für jeden anderen auch, die Unschuldsvermutung. Es können noch
Monate ins Land ziehen, bis der Prozess gegen Wulff beginnt,
abgeschmettert wird oder es vielleicht doch noch eine Einigung vor
dem Beginn des Hauptverfahrens gibt. Christian Wulff will, so haben
es die Anwälte gesagt, um seine Würde kämpfen. Doch die Richter
können selbst bei einem Freispruch nicht zum Urteil „Würde zurück“
kommen. Es ist und bleibt eine längere Geschichte voller
Peinlichkeiten, die zum Verlust der Würde führten – und daran war
Wulff nicht unbeteiligt.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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