Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zur hohen Briefwahlbeteiligung

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Spätestens seit der vorigen Bundestagswahl weiß
man: Sobald die Bürger eine echte Wahl sehen, sind sie dabei. AfD und
Linke polarisieren, beleben aber auch das Geschäft. Die größere
Mobilisierung ist zudem der wachsenden Bereitschaft zur Briefwahl
geschuldet. Diesem Trend demokratietheoretische Einwände
entgegenzusetzen, wie es ausgerechnet der Bundeswahlleiter jetzt tut,
ist nicht nur spitzfindig, sondern auch völlig verfehlt. Die
Briefwahl kommt der Individualisierung der Gesellschaft entgegen.
Dass sie ihr Votum im Lichte der vorletzten statt letzten Umfrage vor
einem Urnengang abgeben könnten, ist irrelevant. Eher muss man über
digitale Wahllokale nachdenken, um junge Wähler zu motivieren – aber
nicht über ein Zurück ins vorige Jahrhundert.

Pressekontakt:
Stuttgarter Nachrichten
Chef vom Dienst
Joachim Volk
Telefon: 0711 / 7205 – 7110
cvd@stn.zgs.de

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