Südwest Presse: Kommentar zur Euro-Hawk-Dohne

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Eine neue Ära der Aufklärung: Vollmundig begrüßte die
Luftwaffe 2011 so die erste Euro-Hawk-Drohne auf deutschem Boden –
Blasmusik inklusive. Nun, knapp zwei Jahre später, ist von Aufklärung
nichts zu sehen, praktisch wie auch im übertragenen Sinn. Das größte
unbemannte Luftfahrzeug der Welt ist nutzlos, weil es ohne
EU-Zulassung am Boden steht, und auch die Informationspolitik des
Verteidigungsministeriums hat kaum Erhellendes an sich. Steuerung
ausgefallen? Muss im Zweifel nicht jeder wissen. Notfallsysteme für
diesen Fall? Muss man eben nachrüsten, kostet nur wenige hundert
Millionen extra. Eine Erklärung für dieses Desaster? Soll der
Bundestag erst in zwei Wochen bekommen. Warum so spät? Selbst wenn
Verteidigungsminister Thomas de Maizière politisch kaum für die
Bruchlandung der Euro Hawk haftet – er hat das Projekt von immerhin
vier Amtsvorgängern übernommen -, sollte er rasch Licht ins Dunkel
dieser Beschaffungsaffäre bringen. Denn das heikle Thema Drohnen wird
für ihn zunehmend zur Belastung. Die Debatte über den Kauf
bewaffneter Kampfdrohnen hat die Regierung auf die Zeit nach der
Bundestagswahl verschoben. Der Euro-Hawk-Pleite kann sie nicht
ausweichen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Faszination der
unbemannten Militärluftfahrt blind macht für die Realität. Die „neue
Ära der Aufklärung“ sollte schleunigst beginnen – im Bundestag.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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