Umfrage zur Wahl um SPD-Vorsitz: Neuausrichtung ja, aber nicht mit Scholz und Geywitz

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Die Mehrheit der Deutschen (57%) glaubt, dass der Ausgang der
laufenden Mitgliederbefragung über den neuen Parteivorsitz für die Zukunft der
SPD entscheidend sein wird. Unter SPD-Anhängern sind sogar drei von vier
Befragten (73%) dieser Überzeugung, so das Ergebnis einer aktuellen
Ipsos-Umfrage. Uneinigkeit herrscht jedoch darüber, in welche Richtung das
künftige Führungsduo die Partei lenken soll.

Mehrheit der SPD-Anhänger befürwortet Fortbestehen der GroKo

Mehr als vier von zehn Deutschen (42%) sind der Ansicht, dass sich die neue
Parteispitze dafür einsetzen sollte, dass die Große Koalition bis zur nächsten
Bundestagswahl fortgesetzt wird. Vor allem Anhänger der CDU (72%) und CSU (73%)
sehen dies so. Doch auch bei Sympathisanten der SPD (57%) überwiegt der Anteil
derer, die sich eine Fortsetzung der Regierungsarbeit erhoffen.

Mit –linkerem– Profil zu neuen Wahlerfolgen?

Eine etwa ebenso große Mehrheit der SPD-Anhänger (56%) ist allerdings auch der
Meinung, dass sich die Sozialdemokraten politisch und ideologisch weiter links
positionieren müssen, um in der Gunst der Wähler wieder zu steigen.
Deutschlandweit sagen vier von zehn Befragten (42%), dass die SPD ihr Profil als
linke Volkspartei schärfen sollte, um in Zukunft wieder Wahlen zu gewinnen – am
häufigsten stimmen dem Sympathisanten der Linken (76%) zu. Doch selbst unter
CDU- (36%) und CSU-Anhängern (48%) ist diese Meinung weit verbreitet.

Große Skepsis: Duo Scholz/Geywitz steht für –Weiter so–

Dementsprechend groß ist die Skepsis gegenüber dem Kandidatenduo Olaf Scholz und
Klara Geywitz. 56 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass in der SPD alles
beim Alten bleiben wird, wenn dieses Duo die Stichwahl um den Parteivorsitz
gewinnen sollte. Bei Unterstützern der SPD (59%) ist diese Befürchtung sogar
noch etwas ausgeprägter als im Bundesdurchschnitt.

Mehr als jeder Dritte fordert GroKo-Aus

Gespaltener Meinung sind die Deutschen bei der Frage, ob die SPD nach der Wahl
der neuen Parteivorsitzenden die Regierung sofort verlassen sollte. Mehr als
jeder dritte Befragte (37%) befürwortet einen Ausstieg der Sozialdemokraten aus
der Koalition, 43 Prozent der Bundesbürger favorisieren zumindest vorerst einen
Verbleib der SPD in der Bundesregierung. Auch unter SPD-Anhängern fordern 37
Prozent ein vorzeitiges Aus der Koalition, allerdings liegt hier der Anteil der
GroKo-Befürworter deutlich höher als im Bundesdurchschnitt (54%).

Dr. Robert Grimm, Leiter der Ipsos Sozial- und Politikforschung, sieht im
möglichen Sieg des favorisierten Kandidatenduos Scholz/Geywitz einen Aufstieg
der Interimsmanager: »Die SPD steht vor einem Scheideweg: Anhänger (und Gegner)
der Sozialdemokraten wünschen sich ein geschärftes ideologisches Profil der
Partei links der Mitte – mit der Erwartung, sich klar vom jetzigen
Koalitionspartner (und von der alten SPD) zu distanzieren. Nur so könne die
Gunst der Wähler zurückgewonnen und die SPD wieder zur Volkspartei werden. Die
gegenwärtig laufende –Schicksalswahl– ist jedoch ein eher schüchterner
Startschuss für den lang herbeigesehnten Veränderungsprozess. Nur eine
Minderheit wünscht sich aktuell einen Bruch der Koalition, gleichzeitig steht
das Spitzenduo Scholz/Geywitz für viele symbolisch für das Vergangene und eben
nicht für die Zukunft. Die Deutschen sind sich einig: Scholz und Geywitz sind
Interimsmanager, den eigentlichen Erneuerungsprozess werden andere tragen.«

Methode:

Repräsentative Online-Umfrage mit dem Ipsos Overnight Omnibus unter 1.072
Personen ab 16 Jahren in Deutschland. Feldzeit: 25. bis 26. November 2019.

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