Wahlen in Afghanistan / Welthungerhilfe: Zahl der zivilen Opfer und Angst vor Anschlägen steigt

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Die Welthungerhilfe warnt vor einer Verschlechterung
der Sicherheitslage in Afghanistan im Vorfeld der
Präsidentschaftswahlen am kommenden Wochenende. Am 28.9.2019 wird ein
neuer Präsident gewählt. Der Landesdirektor der Welthungerhilfe,
Thomas ten Boer, ist in der Hauptstadt Kabul und äußert sich besorgt
zur Situation im Land:

„Die Sicherheitslage in Afghanistan wird immer angespannter. Die
Menschen haben große Angst vor Gewalt und Anschlägen im Umfeld der
Wahlen. Wir befürchten Angriffe auf die Wahlbüros. Die
Sicherheitsvorkehrungen sind in Kabul noch einmal verschärft worden
und so wird jedes Fahrzeug überprüft und Teile der Stadt sind
komplett abgesperrt. Nach Drohungen der Taliban gegenüber den
Anbietern mussten die Telefonleitungen und Internetverbindungen
eingeschränkt werden. Die Zahl der zivilen Opfer ist gestiegen, denn
immer mehr Menschen geraten in die Kämpfe zwischen der Regierung und
den Taliban. Kabul ist heute ruhiger als sonst. Weil die Menschen
erwarten, dass die Geschäfte nach den Wahlen geschlossen bleiben,
erledigen sie jetzt ihre Einkäufe. Die Bevölkerung will Frieden und
Stabilität. Die Mehrheit der Afghanen ist arbeitslos und lebt in
bitterer Armut. 40 Prozent der Kinder sind unter- oder fehlernährt.
Die Wahlen sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer besseren
Zukunft des Landes. Es gab Fortschritte in den letzten Jahren, die
nicht gefährdet werden dürfen: die Bildung von Frauen, die
Unterstützung von Bauern oder die Verbesserung von medizinischer
Versorgung insbesondere auf dem Land“, betont Thomas ten Boer.

Thomas ten Boer steht für Interviews auch am Wahltag, den
28.9.2019, zur Verfügung.

Die Welthungerhilfe nahm 1980 ihre Arbeit in Afghanistan auf. Seit
1992 besteht ein Rahmenabkommen mit der Zentralregierung und 1999
wurde das Landesbüro der Welthungerhilfe in der Hauptstadt Kabul
eröffnet. Vier weitere Regionalbüros befinden sich in den Provinzen
Nangarhar, Samangan, Jawzjan sowie neben dem Landesbüro eines in
Kabul. Schwerpunkte der Arbeit sind humanitäre Hilfe, Förderung der
Landwirtschaft und Ernährungssicherung, Ressourcen-Management,
berufliche Fortbildungen und Stärkung der Zivilgesellschaft.

Weitere Informationen finden Sie unter
www.welthungerhilfe.de/presse

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten
Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell
unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer
Gründung wurden mehr als 9300 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 3,71
Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem
Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen
Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen
Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und
internationalen Partnerorganisationen.

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