WAZ: Ein eiskalterÜbergriff – Kommentar von Alexander Marinos zu Apple und Facebook

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Wenn Firmen ihren Mitarbeiterinnen das Einfrieren
von Eizellen bezahlen – bedeutet das im Ergebnis nicht ein Mehr an
Freiheit für die Frauen? Natürlich steckt dahinter eine kühle
Kalkulation: Gute Fachfrauen sollen so ans Unternehmen gebunden
werden, sollen sich ganz auf ihre Karriere konzentrieren können. Aber
was ist schon dabei, wenn es sich im Ergebnis um eine
Win-Win-Situation handelt, wenn das nach europäischen Maßstäben
extrem ungewöhnliche Angebot den Firmen ebenso nutzt wie den Frauen
und ihren (künftigen) Familien? Antwort: eine ganze Menge ist dabei!

Wollen wir wirklich in so einer Welt leben, in der sich Kraken wie
Apple und Facebook, bei denen das Sammeln privater Informationen zum
Geschäftsmodell gehört, auch noch ins Intimleben ihrer Mitarbeiter
einmischen? Man kann sich leicht vorstellen, wie eine solche
Familienplanung mit dem Vorgesetzten läuft. Für den ist das
Kinderkriegen seiner Belegschaft ein Stör-, nein, ein Kostenfaktor –
und die frostige Alternative eine vergleichsweise billige Lösung.
Entsprechend wird dann Druck gemacht.

Nein, so stellen wir uns die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
nicht vor. Es gilt, gesellschaftliche Verhältnisse zu verändern statt
gottgleich in die Biologie des Menschen einzugreifen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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