Die verzweifelten Versuche, die politische Marke FDP
zu retten, offenbaren das ganze Ausmaß an Hoffnungslosigkeit in der
lange staatstragenden Partei. Umbenennung, neuer Anstrich, neue
Tonlage, neue Themenschwerpunkte – alles gerät auf den Prüfstand beim
nun schon einjährigen Kampf gegen das Vergessenwerden.
Der junge Parteichef Christian Lindner mag die kaum mehr messbaren
Umfragedaten im Bund furchtbar ungerecht finden, weil er selbst ja
diskussionswürdige Thesen angemessen vorträgt und im NRW-Landtag
ordentliche Oppositionsarbeit leistet. Doch in der Politik wirkt die
Produktenttäuschung der FDP nach dem fulminanten Wahlerfolg 2009
länger nach als in der bunten Marketingwelt. Wählervertrauen ist eben
die Summe aus Erfahrung und Erwartung. Daran lässt sich kaum etwas
ändern, indem man auch noch Genschers Pulloverfarbe Gelb überpinselt.
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