Spät, aber nicht zu spät findet die Landesregierung
im Umgang mit dem Unwetter „Ela“ den richtigen Ton.
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeigte mit ihrem Innen- und
Umweltminister am Dienstag Betroffenheit angesichts der sechs Toten
und 108 Verletzten, finanzielle Entschlossenheit angesichts der
schlimmen lokalen Verwüstungen und Dankbarkeit angesichts der
landesweiten Hilfsbereitschaft von Einsatzkräften und Ehrenamtlichen.
Warum solch wichtige regierungsamtliche Symbolik tagelang auf sich
warten ließ, obwohl die Mülheimerin Kraft selbst gewissermaßen im
Auge des Orkans lebt, bleibt ein Rätsel.
Die grundsätzliche Zusage eines „Hilfsfonds“ für die
sturmgeplagten Kommunen ist richtig, aber mit erheblichen
Haushaltsrisiken verbunden. 17 Städte und 25 Kreise rechnen sich zu
den Betroffenen, das summiert sich leicht zu einem höheren
dreistelligen Millionenbetrag. Woher das Geld kommen soll, bleibt
zunächst unklar. An der beruhigenden Botschaft, dass die
Bürgermeister bei der Bewältigung der Unwetterfolgen nicht allein
gelassen werden, wird man die Landesregierung in einigen Monaten
messen.
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