WAZ: Lehrer als Prügelknaben – Kommentar von Walter Bau

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Die Zeiten, da Lehrer als Respektspersonen hohes
Ansehen in der Gesellschaft genossen, sind vorbei. Heute sind sie vor
allem eines: Die bevorzugten Prügelknaben der Nation. Dabei sind die
Anforderungen an die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer in den letzten
Jahren ständig gestiegen. Die Schule ist längst zum Reparaturbetrieb
einer Gesellschaft geworden, der traditionelle Werte wie Respekt oder
Pflichtbewusstsein immer mehr abhanden kommen. Läuft mal wieder etwas
falsch, ist im Zweifel die Schule Schuld – und damit die Lehrer. Wie
bequem. Und wie banal. Wer der zweifellos vorhandenen Bildungsmisere
in Deutschland mit der simplen Formel begegnet, den Lehrern gehe es
einfach zu gut, hat das Thema verfehlt. Richtig ist vielmehr, dass es
in der Lehrerschaft eklatante Einkommensunterschiede gibt, die durch
nichts zu rechtfertigen sind. Warum verdient eine Lehrerin an der
Grundschule, wo schließlich die Basis für eine erfolgreiche
Bildungskarriere jedes Kindes gelegt wird, in der Regel deutlich
weniger als die Kollegin in der Oberstufe der weiterführenden Schule?
Und warum ist der angestellte Lehrer finanziell zum Teil erheblich
schlechter gestellt als der verbeamtete in der Parallelklasse? Hier
muss gelten: gleiches Gehalt für gleiche Arbeit.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de

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