Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung,
Wolfgang Zöller (CSU), befürchtet, dass die Skandale bei der
Organvergabe noch kein Ende haben. „Ich gehe davon aus, dass weitere
Manipulationsfälle ans Tageslicht kommen“, sagte Zöller im Interview
mit den Zeitungen der WAZ-Gruppe (Freitagsausgaben) und dem
Internetportal derwesten.de. Dabei werde es sich aber nicht um
aktuelle Fälle handeln, sondern um Verstöße vor den
Gesetzesänderungen zur Organvergabe im vergangenen Jahr.
„Die Ärzte, die Akten gefälscht haben, haben dem
Transplantationssystem immens geschadet“, sagte Zöller weiter. „Ihr
unverantwortliches Verhalten kostet Menschenleben, weil die
Spendebereitschaft sinkt und die Transplantationen zurückgehen.
Solche Leute gehören aus dem Verkehr gezogen – und zwar durch eine
Verschärfung des Berufsrechts.“
Durch Transparenz und Aufklärung könne man das Vertrauen in die
Organspende wiederherstellen. „Aber klar ist: Es wird garantiert ein
oder zwei Jahre dauern, bis der Vertrauensverlust behoben ist.“
Zur Debatte um eine Reduzierung der Transplantationszentren sagte
er: „Wichtig ist die Qualität. Dazu brauchen die Zentren aber eine
gewisse Anzahl von Transplantationen. Ein Zentrum, das nur fünf bis
zehn Organverpflanzungen im Jahr vornimmt, halte ich nicht für
qualitätsgesichert.“
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