WAZ: Weckruf an die Politik – Kommentar von Michael Kohlstadt zur Pflege

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Nordrhein-Westfalen steht vor dem Regierungswechsel.
Wenig verwunderlich, wenn sich Lobbyisten und Interessensverbände
aller Couleur in die laufenden Koalitionsverhandlungen von CDU und
FDP hinein Gehör verschaffen wollen. Auch die Wohlfahrtsverbände
läuten jetzt kräftig die Alarmglocke und rufen den drohenden Notstand
in der Altenpflegeausbildung aus. Als Vertreter einer Branche, der
explosionsartig die Kosten davonlaufen, ist dies sozusagen ihre
heilige Pflicht.

Ob die Verbände am Ende ihre Ziele erreichen, darf indes
bezweifelt werden. So schlecht ist die Bilanz der scheidenden
NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens in Sachen Pflege nicht.
Ohne die Ausbildungsumlage für Altenpflegeberufe und das von NRW als
einzigem Bundesland eingeführte Pflegewohngeld wäre die finanzielle
Situation in der Pflege deutlich angespannter.

Tatsache ist: Die grundsätzlich kluge Idee der Pflegeversicherung
gerät wegen des gesellschaftlichen Wandels immer mehr unter Druck.
Geld fehlt an allen Ecken und Kanten, obwohl seit Anfang des Jahres
dank der Pflegereform noch mehr Geld ins System fließt. Der Vorstoß
der Wohlfahrtsverbände ist also mehr als eine Drohkulisse. Er ist ein
Weckruf.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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