Weltvegantag 2011

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Die Aufklärung der letzten Jahre zeigt Erfolge: kaum jemand leugnet heute noch, dass für die Eierproduktion qualgezüchtete Hennen nach einem Jahr Leid – unabhängig von der Art der Gefangenhaltung, auch bei sogenannten Bio-Eiern – umgebracht werden, ebenso wie ihre männlichen Geschwister unmittelbar nach dem Schlüpfen, oder dass für die Milchproduktion die Kinder der qualgezüchteten Kühe, die jedes Jahr schwanger werden müssen, getötet oder selbst wieder für die Milchproduktion ausgebeutet werden, um nach wenigen Jahren ebenfalls im Schlachthaus zu enden.

„Was allenfalls noch geleugnet wird“, so Stößer weiter, „ist die ethische Notwendigkeit, alle elementaren Interessen zu berücksichtigen, insbesondere das Lebensinteresse. Nicht nur unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit (Antirassismus) oder vom Geschlecht (Antisexismus), sondern eben auch von der Art (Antispeziesismus), da es kein ethisch relevantes Unterscheidungsmerkmal gibt zwischen allen Menschen einer- und allen anderen Tieren andererseits.“

Wie weit wir auf dem Weg in die vegane Gesellschaft mittlerweile gekommen sind, ist an zahlreichen Indikatoren zu erkennen:

Nahezu täglich wird in der Presse etwas über Veganismus geschrieben, häufig sogar völlig ohne Bezug zum Thema („Veganerdropping“). Es gibt eine Flut von „Selbstversuchen“ (nicht erst seit dem Karen Duves, den sie in ihrem Buch „Anständig essen“ beschrieb), in denen jemand sich entschließt, ein paar Tage „vegan“ zu leben und dann oft aus der (für ihn anscheinend überraschend) unveganen Befüllung des Kühlschranks oder der Kantinengulaschkanonen den Trugschluss zieht, es sei nicht einfach. Was die in diesem Zusammenhang gern aufgeworfene Gesundheitsfrage betrifft, so wird selbst hier nicht mehr grundsätzlich – die Existenz zahlreicher, teils lebenslanger Veganer leugnend – vegane Ernährung verteufelt. Auch dann nicht, wenn die Journalisten sich statt auf seriöse Quellen auf die vermeintlich seriöse DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) berufen, in deren Beiräten Vertreter der Fleischinnungen und der Milchindustrie sitzen, wie jeder problemlos recherchieren könnte, sondern meist nur noch mit Bezug auf Kinder – die Existenz zahlreicher, teils lebenslanger veganer Kinder ebenso wie die wissenschaftliche Metastudie der weltgrößten Ernährungsorganisation ADA, die zu dem eindeutigen Schluss kommt, dass vegane Ernährung auch für Ungeborene, Schwangere, Stillende, Säuglinge etc. unabhängig von Alter oder Geschlecht geeignet ist, ignorierend. Im Gegenteil wird sogar oft gerade Gesundheit als Argument für vegane Ernährung aufgeführt, was so absurd ist, als würde der Kinderschutzbund vom Prügeln von Kindern abraten mit der Begründung, dass man sich verletzen könne beim allzu harten Zuschlagen: faktisch sicher zutreffend, ethisch jedoch völlig grotesk.

Auch Prominenten wird heute gern Veganismus angedichtet, aktuell etwa dem (fischleichenkonsumierenden) Steven Jobs. Davor Bill Clinton, der, selbst wenn er nicht, wie er zugibt, Fische und „gelegentlich“ zu Thanksgiving Truthuhnleichen konsumieren würde, allenfalls Veganköstler wäre, keineswegs Veganer, denn Veganismus ist eben keine Ernährungsform, keine Frage des Essens, sondern der Ethik. Und so gilt auch für die nicht ganz so prominente Schauspielerin Stephanie Kindermann, die als Veganerin ausgegeben wird, dass sie das schon allein aufgrund der Tatsache, dass sie reitet (wie sie sich auf ihrer Internetseite brüstet) keineswegs ist.

„Das wohl deutlichste Zeichen für die erfolgreiche Aufklärung ist besonders bedauerlich“, beklagt Stößer. „Mittlerweile ist Veganismus so populär, –in der Mitte der Gesellschaft angekommen–, wie es in entsprechende Kreisen heißt, dass mancher aus mehr als fragwürdigen Gründen, insbesondere schlicht um Veganer abzuzocken, auf den Zug aufspringt.“ Vor wenigen Jahren war es die Sekte „Universelles Leben“, deren „urchristlich“-missionarische und kommerzielle Interessen sie in dieser Richtung operieren ließ (die Unterwanderung der Tierrechtsbewegung durch diese Sekte wurde weitgehend erfolgreich abgewehrt, nicht zuletzt durch die umfangreiche Recherche und Aufklärungsarbeit von Maqi, jedoch rückt seit einiger Zeit eine andere Sekte, die der „Höchsten Meisterin (Supreme Master)“ Ching Hai nach).

„Inzwischen können sogar alteingesessene wie neue Spendensammelorganisationen, deren ureigenstes Interesse nur vordergründig den Tieren gilt, während ihr primäres Anliegen das Kassieren von Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen ist, hypokritisch Veganismus propagieren. Während bislang das Wort –vegan– potentielle Spender verprellte, wird nun Ablaßhandel mit ihren zum großen Teil unveganen Geldgebern betrieben, die sich damit ein positives Image oder ein vermeintlich reines Gewissen erkaufen. Besonders perfide dabei ist, dass solche Vereine nicht wie bekannte Tierschutzspendensammler auf Drückerkolonnen zurückgreifen müssen, sondern Strukturen ausnutzen, die überwiegend auf teils sicher wohlmeinenden, aber naiven und intern als –nützliche Idioten– behandelten –Aktivisten– oder –Fördermitgliedern– basieren. Diese verbreiten eifrig auf der Straße wie in sozialen Netzwerken das Werbematerial dieser Vereine, das natürlich wiederum der Akquise weiterer Unterstützer und eben vor allem Spendengelder dient. Der erste –Spendenskandal– wie der des Wolfgang Ullrich, der –Tierschutz—Gelder in zweistelliger Millionenhöhe auf sein eigenes Konto abzweigte, ist nun auch mit Bezug auf Veganismus nur noch eine Frage der Zeit – ein zugegeben trauriger Erfolg unserer Arbeit.“

Wer dagegen Veganismus und Tierrechte aktiv oder auch finanziell tatsächlich unterstützen möchte, sollte sich nicht vor den Karren solcher Vereine spannen lassen – seriöse Möglichkeiten gäbe es zuhauf. Wesentlich dabei ist es aber, zunächst selbst das Morden (ob als Vegetarier oder Pseudoveganer) einzustellen und vegan zu werden. Wer das möchte, findet die nötigen Informationen von Argumenten über Foren und Rezepte bis zu Zusatzstoffen bei Maqi – völlig ohne Spendenaufrufe.

[6370 Anschläge. Fotos stehen kostenfrei zur Verfügung. Diese Pressemitteilung finden Sie online mit Bildern und weiterführenden Links unter http://maqi.de/presse/weltvegantag2011.html . Bei redaktioneller Verwendung Hinweis/Belegexemplar erbeten.]

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