Gründe zum Ändern gibt es tatsächlich genug, zum
Beispiel die fehlenden Lösungsvorschläge für drängende politische
Probleme – wie die Finanz- oder Sicherheitspolitik. Doch obwohl sich
die Piraten zwei Tage lang an Inhalten abgearbeitet haben und es
ihnen dabei an Ernsthaftigkeit und basisdemokratischem Elan nicht
gefehlt hat, vom beschworenen Neustart kann keine Rede sein. Die
Partei übt Politik, kehrt aber nicht mit eigenständigen und
überzeugenden Ergebnissen von ihrem Antragsmarathon aus Bochum
zurück. Dafür ist immerhin die Erkenntnis gewachsen, dass es mit 2000
Teilnehmern ein hartes Brot ist, überhaupt zu irgendwelchen
Beschlüssen zu kommen. Und da ist es dann wieder, das Kernproblem der
Piraten. Allein der Versuch, es ganz anders zu machen als alle
anderen Parteien, macht sie auf Dauer eben nicht interessant und
wählbar. Angetreten sind sie, um die Politik nachhaltig zu verändern.
Doch von dieser „Kraft der Erneuerung“, von der die Piraten so gerne
sprechen, ist kaum noch etwas zu spüren.
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