Westdeutsche Zeitung: Seit einem Monat gilt das Rauchverbot in NRW = Von Frank Uferkamp

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Der erste Monat seit Inkrafttreten des
Rauchverbots ist verstrichen, die Sonne geht immer noch jeden Tag
auf, und der Rhein trägt träge seine Wassermassen zuverlässig
Richtung Niederlande. Kurz gesagt: Der von so manchen
Raucheraktivisten vorhergesagte Untergang des Abendlandes ist
ausgeblieben – was sie übrigens mit den irregeleiteten Lesern des
sogenannten Maya-Kalenders gemein haben. Aber das ist eine andere
Geschichte. Nach 30 Tagen lässt sich noch keine verlässliche Bilanz
ziehen, sondern nur eine erste Einschätzung wiedergeben. Und da
präsentiert sich Nordrhein-Westfalen erneut als erstaunlich
wandlungsfähiges Land. Aschenbecher vor dem Eingang, darunter von
Schirmen oder im besten Fall auch von Windfängen beschützte Raucher –
so ist das Straßenbild derzeit in den Kneipenvierteln landauf,
landab. Wobei die Wirte erstaunliche Erfahrungen machen: Die jungen
Gäste hätten damit überhaupt kein Problem, nur die alten murrten,
lautet das Fazit eines Gastwirts aus Düsseldorf-Unterbilk, bei dem
sich Brauchtumsfreunde ebenso treffen wie Fußballfans zum gemeinsamen
Gucken. Die Klagen in Einzelfällen gehören bei jeder Einschränkung
dazu – diese Erfahrung macht zum Beispiel seit Jahren Bayern. Dennoch
steht dort das wie in NRW sehr weitreichende Rauchverbot nicht
infrage. Die Erfahrungen sind eher positiv. Denn was viele Raucher in
der Diskussion vergessen: Der Druck auf die Gesetzgeber kommt vor
allem durch den Arbeitnehmerschutz zustande. Es gibt sehr eindeutige
Urteile zum Beispiel des Europäischen Gerichtshofs, die besagen, dass
es Kellnern nicht zugemutet werden darf, in Raucherhöhlen zu arbeiten
– selbst, wenn sie selbst gelegentlich zur Kippe greifen. Und
natürlich gelten die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Schäden
des Passivrauchens, die dazu beigetragen haben, die Mehrheit
(Nichtraucher) aus der Geiselhaft der Wünsche oder Süchte der
Minderheit (Raucher) zu entlassen. In NRW ist das Thema derzeit noch
Diskussionsstoff an den Theken. Das war es damals in Irland oder
Italien auch. Heute redet dort darüber kein Mensch mehr. Drinnen wird
geredet und getrunken, draußen stehen die Raucher.

Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
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