Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Berufsverbot bei Depression

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Es war abzusehen: Nach dem willentlich
herbeigeführten Absturz der Germanwings-Maschine schlagen Politiker
drastische Maßnahmen vor. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann
(CSU) geht mit seiner Forderung nicht nur einen Schritt zu weit. Er
überschreitet eine Grenze. Schwer depressive Menschen in bestimmten
Tätigkeiten mit einem Berufsverbot belegen zu wollen, das klingt nach
psychischer Volkshygiene. Aus dem extremsten aller Einzelfälle solche
Schlüsse zu ziehen, das grenzt an Wahnsinn.

In den vergangenen Jahren hat sich die Erschöpfungsdepression
namens Burnout zu einer Art Volkskrankheit entwickelt – zumindest in
der öffentlichen Wahrnehmung. Nach Joachim Herrmanns Rechnung müsste
die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland um einige Millionen Personen
steigen.

Zwar hat der CSU-Politiker seine Forderung eingeschränkt
(»Voraussetzung ist eine sorgfältige medizinische Begutachtung«),
doch das Thema ist in der Welt – und damit die pauschale
Stigmatisierung von Burnout-Patienten und depressiven Menschen, die
alltäglich ihre Leistung als Berufstätige bringen

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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