Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Freitod

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Darf sich ein todkranker Mensch, der sein Leben
nur noch als Bürde empfindet, töten? Darf jemand, der merkt, dass er
dement wird, freiwillig aus dem Leben scheiden, solange es noch
selbstbestimmt ist? Es ist gut, dass sich Theologen, Ethiker, Ärzte,
Juristen und Politiker mit diesen Fragen befassen. Es ist gut, weil
wir auf diese Weise sehr viele Argumente hören – für einen Freitod
oder dagegen. Nicht gut ist allerdings, wenn eine Gruppe ihre
Auffassung als die alleine seligmachende auffasst und sie dem Rest
der Gesellschaft aufzwängt, wie es die Bundesregierung tut. Wann und
wie jemand sterben darf – das ist keine Frage, die man mit einer
Abstimmung im Bundestag für jeden Menschen beantworten kann.
Eigentlich sollte es überhaupt keine Frage sein. Denn wenn die
Regierung den Begriff des selbstbestimmten Lebens ernst nimmt,
muss sie uns dieses Recht auch bis zuletzt zubilligen. So zynisch
es klingt: Der Staat verbietet niemandem, von der Brücke zu
springen. Warum erlaubt er dann nicht einen würdevollen Freitod?

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Dominik Rose
Telefon: 0521 585-261
d.rose@westfalen-blatt.de

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