Westfalen-Blatt: zum Thema Irak

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So klar hat ein Regierungschef selten sein
Scheitern erklärt. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat
die Einwohner von Falludscha aufgefordert, die El-Kaida-Terroristen
aus der Stadt selbst zu verjagen. Das zeigt, wie begrenzt die Macht
der Regierenden im Zweistromland ist.

Vor fast zehn Jahren endete formell die Besatzung der Amerikaner –
doch die Kontrolle haben Stämme und Relgionsgruppen übernommen, nie
das Volk. Im Norden haben die Kurden das Sagen, im Rest des Landes
meistens die Schiiten. Nur die Sunniten, die unter Diktator Saddam
Hussein die führenden Posten besetzt hatten, sind von der politischen
Teilhabe weitgehend ausgeschlossen.

Das ist das größte Versäumnis aller bisherigen irakischen
Regierungen in der Zeit nach Hussein. Die Diktatur eines Einzelnen
und dessen Familie wurde abgelöst von der Diktatur einer
Religionsgruppe über alle anderen.

Das zeigt den USA, was passiert, wenn sie während der
Besatzungszeit die Weichen falsch stellen. Ähnliches droht in
Afghanistan, wenn in einem Jahr die Nato das Land verlässt.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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