Willi Lemke mit Berliner Friedensuhr 2011 ausgezeichnet

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Die Berliner Friedensuhr ist am Dienstagabend (8. November 2011) an Willi Lemke als Vertreter der Vereinten Nationen verliehen worden. Das Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit will damit das langjährige wie erfolgreiche Wirken Lemkes als Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden würdigen. In dieser Eigenschaft habe er auf hervorragende Weise bewiesen, dass Sport eine treibende Kraft sei, ein geeignetes Mittel, um Verständigung und Integration zu bewirken und die Armut zu bekämpfen, heißt es in der Begründung des Kuratoriums.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann würdigte in seiner Laudatio vor knapp 400 Gästen im Atrium der Deutschen Bank in Berlin Unter den Linden die Verdienste des Preisträgers und erklärte wörtlich: „Willi Lemke steht für verlässliches Handeln und Kontinuität, vor allem aber für Menschlichkeit. Auch vor schwierigen Entscheidungen wich er nie zurück und bewies immer wieder seine Gabe, Konflikte zu lösen und Brücken zu bauen.“

Die Generaldirektorin der UNESCO, Irina Bokova, betonte in einer verlesenen Grußbotschaft, das von Lemke geleitete Büro der Vereinten Nationen für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden nutze seit seiner Gründung im Jahr 2001 den Sport für die Übermittlung von Botschaften für Frieden und Entwicklung – insbesondere an junge Leute. Lemke setze sich unermüdlich dafür ein, den gesellschaftlichen Einfluss von Sport auf die menschliche Entwicklung zu stärken.

Der Preisträger legte in seiner Rede Wert auf die Feststellung, dass er den Preis stellvertretend für die Vereinten Nationen und insbesondere für sein Büro der Vereinten Nationen für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden entgegen nehme. Die Vereinten Nationen, so Lemke, erachteten Sport als ein wichtiges Element im Einsatz für Entwicklung und Frieden und für die Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele. Sowohl die grundlegenden Werte des Sports – wie etwa Toleranz, Respekt, Fairness und Akzeptanz feststehender Regeln – als auch sein Einsatz als Grundlage zur Bildungs- und Informationsarbeit in benachteiligten Regionen der Welt könnten einen starken Beitrag zur Umsetzung dieser Ziele leisten. Lemke sagte weiter: „Die Auszeichnung mit der Berliner Friedensuhr ist für mein Büro bei den Vereinten Nationen und für mich persönlich eine große Ehre. Sie bestätigt unser Bemühen, den Sport auch in Zukunft zur Förderung von Entwicklung und Frieden auf der ganzen Welt einzusetzen. Das gilt vor allem dort, wo traditionelle Mittel der Politik an ihre Grenzen stoßen. Mein besonderer Dank gilt den Mitgliedern des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, die mich als UN-Sonderberater vorgeschlagen haben und die meine Arbeit seit 2008 finanziell unterstützen.“

Die Vorsitzende des Berliner Komitees für UNESCO-Arbeit, Brigitte Reich, betonte, dass es gerade um den Weltbürger Lemke gehe, der nach einer solch erfolgreichen Karriere einen One-Dollar-Job bei den Vereinten Nationen angenommen habe und dort seine herausragenden Kommunikations- und Management-Fähigkeiten einsetze, um den Menschen, die in den Elendsvierteln dieser Welt lebten, helfen zu können.

Preis-Stifter Jens Lorenz hob hervor, dass dabei Hilfe zur Selbsthilfe das oberste Prinzip sei. Lemke habe dies so formuliert: „Gib einem Hungernden einen Fisch und er wird einen Tag satt; lehre ihn fischen, und er wird nie mehr hungern.“ Passgenau lasse sich das zur frohen Botschaft der Berliner Friedensuhr erweitern: „Gib Menschen eine Leiter, und sie werden nur eine Mauer überwinden – lehre sie begreifen, dass die Zeit alle Mauern sprengt,und sie werden frei seinund Mauern zwischen Menschen weder bauen noch anerkennen.“

Die Berliner Friedensuhr wird seit 2003 als Preis vom Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit an Persönlichkeiten bzw. Institutionen verliehen, die auf Grundlage der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen zur Überwindung von Mauern zwischen Rassen, Klassen, Völkern, Nationen, Kulturen, Ideologien, Konfessionen, Parteien und Menschen exemplarisch beigetragen haben.

Die bisherigen durch das Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit ausgezeichneten Preisträger sind der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor (2003), die Internationale Atomenergiebehörde – vertreten durch ihren Präsidenten Mohamed El Baradei (2004), Prinz El Hassan bin Talal von Jordanien (2006), der US-amerikanische Ökonom Dennis Meadows (2007) und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (2009). Davor haben von Initiator Jens Lorenz die Berliner Friedensuhr erhalten: Michail Gorbatschow, Ronald Reagan und Helmut Kohl (1992), Mutter Teresa (1993), Papst Johannes Paul II. (1996) und Georg Bush sen. (1999).

Entstanden ist die Berliner Friedensuhr am 9. November 1989. An diesem Tag präsentierte der Juwelier Jens Lorenz eine von ihm entworfene Uhr, die mit ihrem Uhrwerk aus einem westfälischen Benediktiner-Kloster fast drei Meter hoch und 2,5 Tonnen schwer ist. Die Uhr trägt die Inschrift „Zeit sprengt alle Mauern“ und sollte damit ursprünglich ein Zeichen der Hoffnung auf die Überwindung der Teilung der Welt in „Ost“ und „West“ sein. Mitten in die Präsentation der Uhr platzte die Nachricht vom Fall der Berliner Mauer und machte damit die Uhr zur Zeitzeugin ihres eigenen Anliegens.

Die Preisverleihung 2011 wird unterstützt von: Juwelier Lorenz und Deutsche Bank sowie Restaurant Balthazar, Catlin, Landesmusikrat Berlin, Nicolai Schley Filmberatung, P2 Objekt Grün, Rechtsanwältin Helen Vollprecht, Weingut Schätzle, Schmidt-Römhild, Seiko und Werder Frucht.

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