ZDF-Politbarometer Januar 2020 / Grüne: Erfolgreiche Zukunft eher mit einem Kurs Richtung Mitte/Mehrheit: Jeder soll Organspender sein, der nicht widerspricht (FOTO)

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Seit der Gründung der Grünen vor 40 Jahren hat sich die Partei
deutlich verändert. Gerade in den letzten Jahren hat sie sich Richtung
politischer Mitte entwickelt. Auch für die Zukunft sind die meisten Befragten
der Meinung, dass ein weiterer Kurs Richtung Mitte für die Grünen besonders
erfolgversprechend ist: 53 Prozent aller Befragten und 46 Prozent unter den
Anhängern der Grünen sehen das so. 10 Prozent bei allen und ebenso viele in den
eigenen Wählerreihen glauben, dass ein Kurs stärker nach links der
erfolgreichere ist. 29 Prozent (Grüne-Anhänger: 42 Prozent) sehen für die
Zukunft keine Notwendigkeit größerer Veränderungen (Rest zu 100 Prozent hier und
im Folgenden jeweils “weiß nicht”).

Trotz dieser Entwicklung und trotz der zunehmenden Wichtigkeit des Themas
Klimawandel traut nur gut ein Drittel (36 Prozent) aller Befragten den Grünen
zu, die Bundesregierung zu führen und den Kanzler zu stellen. 61 Prozent trauen
das der Partei nicht zu. Die Skepsis in dieser Hinsicht ist besonders stark bei
den Anhängern von AfD, FDP und CDU/CSU ausgeprägt. Bei den Anhängern der Grünen
hingehen sehen 71 Prozent die Kanzlerfähigkeit ihrer Partei als gewährleistet
an.

Projektion Bundestagswahl

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, gäbe es im Vergleich zum
Dezember 2019 nur leichte Veränderungen: Die Union käme auf 27 Prozent
(unverändert), die SPD auf 14 Prozent (plus 1), die AfD auf 14 Prozent
(unverändert), die FDP auf 7 Prozent (minus 1), die Linke auf 9 Prozent und die
Grünen auf 23 Prozent (beide unverändert). Die anderen Parteien zusammen lägen
bei 6 Prozent (unverändert). Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen
weiterhin als einziges Zweier-Bündnis eine Mehrheit, für Grün-Rot-Rot würde es
nicht reichen.

Frische Kräfte für die Bundesregierung

Obwohl sich die Zufriedenheit mit der Bundesregierung zum Jahresbeginn
verbessert hat, stimmen 80 Prozent aller Befragten und genauso viele auch
innerhalb der Anhängerschaft der CDU/CSU der Forderung des bayerischen
Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Markus Söder zu, dass es bis zur
Sommerpause “neue und frische Kräfte” in der Bundesregierung geben solle.
Dagegen sind lediglich 14 Prozent (CDU/CSU-Anhänger: 18 Prozent).

Top Ten

Wenn es um die Beurteilung nach Sympathie und Leistung der zehn wichtigsten
Politikerinnen und Politikern geht (“Was halten Sie von?”), liegt Angela Merkel
weiter auf Platz eins. Auf der Skala von +5 bis -5 erhält sie einen
Durchschnittswert von 1,4 (Dez.: 1,3). Es folgen Robert Habeck mit 1,3 (Dez.:
1,0), Olaf Scholz mit 0,8 (Dez.: 0,6), Heiko Maas mit 0,7 (Dez.: 0,6) und Markus
Söder mit unveränderten 0,5. Danach kommen Jens Spahn mit 0,2 (Dez.: 0,4),
Christian Lindner mit 0,0 (Dez.: 0,2) und Friedrich Merz ebenfalls mit 0,0
(Dez.: 0,3). Horst Seehofer ist mit minus 0,3 (Dez.: 0,0) wieder in den
Negativbereich abgerutscht. Schlusslicht bleibt Annegret Kramp-Karrenbauer mit
minus 0,8 (Dez.: minus 0,5).

Organspende

Im Bundestag wird am Donnerstag, 16. Januar 2020, über die Widerspruchslösung
beim Thema Organspende abgestimmt. 61 Prozent fänden es gut, wenn zukünftig
jeder nach seinem Tod automatisch Organspender ist, sofern dem zuvor nicht
widersprochen wurde. 36 Prozent finden das nicht gut.

Brexit und die Folgen für die EU

Auch wenn es – ähnlich wie in den Vormonaten – 68 Prozent aller Befragten nicht
gut finden, dass Großbritannien Ende Januar aus der EU austreten wird (egal: 21
Prozent; gut: 9 Prozent), glauben nur 37 Prozent, dass dieser Austritt den
Zusammenhalt innerhalb der EU schwächen wird. 11 Prozent erwarten sogar eine
Stärkung, und die meisten (46 Prozent) rechnen deshalb nicht mit großen
Veränderungen. Generell sprechen sich 63 Prozent dafür aus, dass sich die
EU-Staaten zukünftig enger zusammenschließen sollten, 22 Prozent plädieren für
eine größere Eigenständigkeit der Nationalstaaten und 12 Prozent sehen keine
Notwendigkeit, in dieser Hinsicht etwas zu ändern.

Konflikt Iran-USA

Trotz des militärischen Schlagabtausches zwischen den USA und dem Iran glauben
nur 29 Prozent, dass es zu einem Krieg zwischen den beiden Staaten kommen wird
(glaube nicht: 66 Prozent). 60 Prozent vertreten die Auffassung, dass bei der
Lösung dieses Konflikts die EU mehr Verantwortung übernehmen sollte und 36
Prozent sehen das nicht so.

Vertrauen in die USA und Russland

Kaum jemand (4 Prozent) hat ein starkes Vertrauen in die USA unter Trump, wenn
es um die Lösung internationaler Konflikte geht. Das ist mit 15 Prozent in
Russland unter Putin auch nicht wesentlich größer, allerdings haben 57 Prozent
in die USA überhaupt kein Vertrauen, bei Russland sind das nur 25 Prozent
(weniger starkes Vertrauen: USA 38 Prozent; Russland 57 Prozent).

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 13.
bis zum 15. Januar 2020 bei 1.282 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten
telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern
berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte
Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von
40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent
rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 29
Prozent, SPD: 16 Prozent, AfD: 7 Prozent, FDP: 5 Prozent, Linke: 9 Prozent,
Grüne: 29 Prozent.

Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 7. Februar 2020. Weitere
Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen
finden Sie auch auf https://forschungsgruppe.de.

Ansprechpartner: Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, pressedesk@zdf.de

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 –
70-16100, und über https://pressportal.zdf.de/presse/politbarometer

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Pressekontakt:

ZDF Presse und Information
Telefon: +49-6131-70-12121

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/7840/4493414
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