ZDF-Politbarometer Juni I 2016 / Große Mehrheit für Verbleib Großbritanniens in der EU / Deutschland wird Europameister – das glauben 39 Prozent (FOTO)

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In knapp drei Wochen entscheidet Großbritannien, ob es aus der EU
austritt oder Mitglied bleibt. Lediglich 8 Prozent der Befragten in
Deutschland fänden den so genannten Brexit gut, 23 Prozent ist der
Verbleib Großbritanniens egal, und 67 Prozent wollen, dass das
Vereinigte Königreich Mitglied der EU bleibt (Rest zu 100 Prozent
hier und im Folgenden „weiß nicht“). Die Angst, dass ein Austritt
Großbritanniens zu größerem wirtschaftlichen Schaden für Deutschland
führt, ist nicht so stark verbreitet: Einen sehr großen ökonomischen
Schaden für Deutschland erwarten nur 4 Prozent und 29 Prozent einen
großen. 44 Prozent hingegen glauben, dass das nicht zu so einem
großen und 11 Prozent, dass es zu überhaupt keinem wirtschaftlichen
Schaden für Deutschland führen würde.

Kritik an der Türkei

Nach der Entscheidung des Bundestages zum Völkermord an den
Armeniern vor 100 Jahren hat die Türkei darauf mit diplomatischen
Maßnahmen reagiert. Die sehr große Mehrheit der Bundesbürger (83
Prozent) meint generell nicht, dass sich Deutschland mit Kritik an
der Türkei zurückhalten sollte, um die Zusammenarbeit in der
Flüchtlingsfrage nicht zu gefährden. Für Zurückhaltung sprechen sich
nur 12 Prozent aus.

Partei-Kompetenzen bei der Kriminalitätsbekämpfung

In der letzten Zeit wurde auch viel über eine Zunahme der
Kriminalität in Deutschland berichtet. Inzwischen fühlen sich 36
Prozent aller Befragten (April: 29 Prozent) von Kriminalität bei uns
bedroht. Eine Mehrheit von 64 Prozent (April: 71 Prozent) hat nicht
solche Ängste. Wenn es darum geht, welche Partei am ehesten die
Kriminalität bekämpfen kann, wird der CDU/CSU am häufigsten (34
Prozent) die größte Kompetenz auf diesem Politikfeld zugesprochen.
Danach folgen die SPD mit nur 9 Prozent, die AfD mit 6 Prozent (alle
anderen Parteien unter 4 Prozent, keine Partei: 16 Prozent; weiß
nicht: 27 Prozent).

Projektion

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die
CDU/CSU auf 33 Prozent (unverändert) und die SPD auf 21 Prozent
(unverändert). Die Linke würde 9 Prozent (plus 1) und die Grünen 13
Prozent (minus 1) erreichen, die FDP käme auf 6 Prozent (minus 1) und
die AfD auf 13 Prozent (unverändert). Die anderen Parteien erzielten
zusammen 5 Prozent (plus 1). Damit würde es aktuell unter den
politisch denkbaren nur für eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD
oder eine Koalition aus CDU, Grünen und FDP reichen.

Kanzlerkandidatur

Vor allem in der SPD ist in den letzten Wochen die Diskussion um
den Kanzlerkandidaten für 2017 wieder in Gang gekommen. Insgesamt
fänden es 36 Prozent aller Befragten und nur 49 Prozent der
SPD-Anhänger gut, wenn Sigmar Gabriel für die SPD als Kanzlerkandidat
antreten würde (nicht gut: 55 Prozent bzw. 49 Prozent). Wenn Angela
Merkel ein weiteres Mal als Kanzlerkandidatin für die CDU/CSU
anträte, fänden das 58 Prozent aller Befragten und 87 Prozent der
CDU/CSU-Anhänger gut (nicht gut: 38 Prozent bzw. 12 Prozent).

TOP TEN

Auf Platz eins liegt auch dieses Mal Winfried Kretschmann. Er
erreicht auf der Skala von +5 bis -5 einen Durchschnittswert von 2,4
(Mai: 2,2). Danach folgt Frank W. Steinmeier mit 2,0 (Mai: 1,9) vor
Wolfgang Schäuble mit 1,7 (Mai: 1,6). Auf Platz vier liegt Angela
Merkel mit 1,5 (Mai: 1,4). Danach folgen Gregor Gysi mit 1,1 (Mai:
0,9), Thomas de Maizière mit 0,7 (Mai: 0,6), Ursula von der Leyen mit
unveränderten 0,6, Sigmar Gabriel mit 0,5 (Mai: 0,4) und Andrea
Nahles mit 0,4, die jetzt an Stelle von Malu Dreyer wieder zu den Top
Ten zählt. Auf dem letzten Platz liegt Horst Seehofer mit
unveränderten 0,3.

Deutliche Mehrheit für zweite Amtszeit von Bundespräsident Joachim
Gauck

70 Prozent aller Befragten fänden es gut, wenn Joachim Gauck
weitere fünf Jahre Bundespräsident wäre, dagegen sind 22 Prozent.
Während die Meinungen bei den Anhängern von Linke und AfD in dieser
Frage eher geteilt sind, findet eine zweite Amtszeit bei den
Anhängern aller anderen Parteien eine sehr deutliche mehrheitliche
Unterstützung.

Fußball-Europameisterschaft: Mehr Optimismus als vor vier Jahren

Jetzt glauben 39 Prozent, dass Deutschland Europameister wird, vor
vier Jahren hatten das nur 19 Prozent erwartet. Dass Deutschland
bereits in der Vorrunde (1 Prozent) oder im Achtelfinale (3 Prozent)
scheitert, glaubt fast niemand. Aber fast jeder Fünfte (17 Prozent)
erwartet, dass nach dem Viertelfinale Schluss ist und 25 Prozent
meinen nach dem Halbfinale.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der
Zeit vom 31. Mai bis 2. Juni 2016 bei 1292 zufällig ausgewählten
Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ
für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich
beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei
Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/- zwei
Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 33 Prozent,
SPD: 23 Prozent, Linke: 9 Prozent, Grüne: 15 Prozent, FDP: 6 Prozent,
AfD: 11 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am
Freitag, 24. Juni 2016.

Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen
Frageformulierungen auf www.forschungsgruppe.de

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Ansprechpartner: Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108,
pressedesk@zdf.de

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon:
06131 – 70-16100, und über
https://presseportal.zdf.de/presse/politbarometer

Pressekontakt:
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