„1000 neue Chancen“ gegen Fachkräftemangel im Sozialen Sektor

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Stuttgart, 9. April – Unsere Gesellschaft steuert auf einen gewaltigen Versorgungsengpass zu: Aufgrund des demografischen Wandels werden im Jahr 2030 43 Prozent mehr Menschen in Baden-Württemberg auf Pflege angewiesen sein. Demgegenüber entwickelt sich ein Arbeitsmarkt, dem immer weniger Menschen zur Verfügung stehen. Es stellt sich also die Frage, wer diesen steigenden Bedarf an professionellen Dienstleistungen decken soll.

Menschen zu gewinnen, die heute und in Zukunft gerne im Sozialen Sektor arbeiten, wird also in den nächsten Jahrzehnten eine große gesellschaftliche Aufgabe sein. Dieser Herausforderung stellt sich der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart aktuell: Zusammen mit 13 Mitgliedsorganisationen in Württemberg hat der Verband heute die Kampagne „1000 neue Chancen“ gestartet. Das Ziel: für die Zukunft qualifiziertes Personal zu gewinnen. Die katholischen Träger stellen dazu ihre Innovationskraft und Stärken in den Mittelpunkt. Ihr Mehrwert lautet: Wir bieten berufliche Chancen, einen modernen Arbeitsplatz, Abwechslung und Sicherheit.

Auch wenn in Zukunft vor allem eine große Zahl an Pflegekräften gebraucht wird, richtet sich die 1000-neue-Chancen-Kampagne an sämtliche Berufsgruppen, die bei Caritas-Arbeitgebern beschäftigt sind und bei ihnen eine berufliche Chance finden können: an Köche wie Sekretärinnen, an Betriebswirte wie Pädagogen, an Hausmeister wie Erzieherinnen – ob als Auszubildender, als Wiedereinsteigerin nach der Familienzeit oder als erfahrene Führungskraft in der Alten-, Jugend- oder Behindertenhilfe oder auch Beratung.

Insgesamt sind es 14 Netzwerkpartner in ganz Württemberg, die sich mit der Kampagne für die Zukunft rüsten. „Wir alle haben erkannt, dass wir unsere ganze Kraft einsetzen müssen, um dem, was demografisch mit Macht auf uns zukommt, begegnen zu können“, erklärte Caritasdirektor Prälat Wolfgang Tripp zum Kampagnenstart. Für Dr. Alfons Maurer, Vorstand der Keppler-Stiftung, die als Trägerin von Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege rund 2.500 pflegebedürftige Menschen in Baden-Württemberg stationär und ambulant begleitet, ist die Mitgliedschaft im 1000-neue-Chancen-Netzwerk „eine Art Gütesiegel für einen guten Arbeitsplatz“. Für alle Mitarbeitenden gelten, so Maurer, verlässliche und faire Arbeitsbedingungen, die im kirchlichen Tarifrecht verbindlich festgelegt sind: tarifliche Vergütung, Urlaubs- und Fortbildungsregelungen, Zuschläge, betriebliche Altersvorsorge, Jahressonderzahlungen, betriebliche Mitbestimmung.

Die Qualitäten und Vorteile, die ein kirchlicher Arbeitgeber seinen Mitarbeitern bieten kann, liegen für die Netzwerkpartner auf der Hand: Wenn Menschen bei der Caritas oder bei ihren Mitgliedern arbeiten, erleben sie diese Arbeit in der Regel als sinnvoll und erfüllend. Sie tragen ihren Teil dazu bei, dass unsere Gesellschaft sozial ausgeglichener und menschlicher wird. Neben fairen Löhnen und der Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren, ermöglichen Größe und Struktur dieses Arbeitgebers beste Chancen für die berufliche Weiterentwicklung.

Konkret bedeutet das: Die Caritas und die 13 Netzwerkpartner bezahlen quer durch alle Gehaltsgruppen nach dem kirchlichen Tarifvertrag AVR. Ihre Löhne sind in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich 13,5 Prozent gestiegen. Darüber hinaus bieten die katholischen Sozialunternehmen zukunftssichere Jobs: auch in den nächsten Jahrzehnten werden die Menschen im Land Unterstützung, Beratung und Hilfe benötigen. Zugleich sind die Mitglieder des Caritasverbands hochmodern ausgestattete Unternehmen und repräsentieren einen Wirtschaftszweig, der weitgehend unabhängig ist von Krisen.

Zum Kampagnenstart wurde heute die Internet-Plattform www.1000-neue-chancen.de frei geschaltet, die mit einer bundesweiten Caritas-Jobbörse verbunden ist. Neben Informationen über die unterschiedlichen sozialen Berufsbilder, finden Interessierte über ein berufliches „Profiling“ mit wenigen Klicks passende Stellenangebote der Netzwerkpartner. Knapp 100 reale Mitarbeiter geben der Kampagne ihr Gesicht und werben für einen Arbeitsplatz bei ihrem sozialen Arbeitgeber.

Bereits heute ist die Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart als sozialer, nicht profitorientierter Verband einer der größten Arbeitgeber in Baden-Württemberg. In den Mitgliedseinrichtungen in der Alten-, Behinderten- und Jugendhilfe oder in der Beratung arbeiten unter dem Caritas-Dach allein in Württemberg rund 30.000 Menschen. Die 14 Netzwerkpartner von „1000 neue Chancen“ beschäftigen knapp 19.000 Mitarbeiter. Darunter sind mehr als 3.000 in Ausbildung, Studium oder Praktikum. Die Mitarbeiter übernehmen durch ihre tagtägliche Arbeit zentrale Aufgaben, die die Gesellschaft stützen und stabilisieren und in Zukunft noch wichtiger werden.

Hinweis:
Fotos zum heutigen Start der Kampagne „1000 neue Chancen“ und Statements von Prälat Wolfgang Tripp (Direktor des Caritasverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V.) und Dr. Alfons Maurer (Vorstand der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung) finden Sie zum Download unter http://www.dicv-rottenburg-stuttgart.caritas.de/12382.asp.

Beteiligte am Netzwerk „1000 neue Chancen“:

Arbeitsgemeinschaft Katholischer Sozialstationen
Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V.
Caritasverband für Stuttgart
Institut für Soziale Berufe Stuttgart
IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit e.V.
Katholische Hochschule Freiburg
Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung
St. Elisabeth-Stiftung
St. Konradihaus Schelklingen
Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Diözese Rottenburg-Stuttgart
Stiftung Haus Lindenhof
Stiftung Liebenau
Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn
Theresia-Hecht-Stiftung

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