1920er-Jahre im Blick

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„Von Strom, Kakao und Industriearbeit“ wird die Rede sein, wenn Kulturwissenschaftlerin Brigitte Haug am Mittwoch, dem 15. Mai, um 14 Uhr zu einer besonderen Führung durch das Freilichtmuseum in Beuren aufbricht. Sie wird den Blick der Museumsgäste an originalen Schauplätzen genauer auf die 1920er Jahre lenken. Diese Zeitepoche ist übrigens in dieser Museumssaison in allen Freilichtmuseen Baden Württembergs Thema. Frau Haug wird bei der Führung an originalen Schauplätzen im Freilichtmuseum zeigen, wie sich so manche Neuerung der Zeit bemerkbar machte. Das Wohnhaus mit Schreinerei aus Ohmenhausen und ein Kolonialwarenladen, das „Tante-Helene-Lädle“, stehen dabei im Mittelpunkt.
Die 1920er-Jahre, eine Zeit des Umbruchs und des Fortschritts, bestechen durch neue Errungenschaften, wie Strom und elektrisch betriebene Motoren. Auch auf den Dörfern waren Botschafter des Fortschritts anzutreffen. In Scheune, Stall und Haus brachte der Anschluss an die Stromversorgung der Landbevölkerung erhebliche Erleichterung. So entstand in den 1920er Jahren aus dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Digel in Ohmenhausen durch Einheirat des jungen Schreinermeisters Walz in dem Haus nach Aufgabe der Landwirtschaft ein moderner handwerklicher Betrieb, der mit dem Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung und dem Antrieb der Maschinen mit Strom Neuerungen in das Leben seiner Bewohnerinnen und Bewohner brachte.
Nicht mehr ausschließlich das Arbeiten und Wirtschaften in der Landwirtschaft und eine damit verbundene Selbstversorgung standen bei Familie Walz/Digel im Vordergrund – neue, teilweise industriell gefertigte Produkte und Waren kamen in Umlauf, erweiterten das Ernährungsangebot und beeinflussten durch neu geschaffene Erwerbsmöglichkeiten das Einkaufsverhalten auf dem Land.
Es entstanden Kolonialwarenläden, die wie das „Tante-Helene-Lädle“ im Freilichtmuseum in Beuren Produkte anboten, die ehemals nicht auf dem Speisezettel standen: Reis, Kaffee oder Kakao. Das „Tante-Helene-Lädle“ mit seiner originalen Einrichtung aus den 1920er-Jahren – betrieben vom Förderverein des Freilichtmuseums – wird in die Führung mit einbezogen und hat am Veranstaltungstag zwischen 14 und 16 Uhr geöffnet. Reis und Bohnenkaffee sind heute nicht mehr im Angebot, doch viel Bewährtes, die Zeit Überdauerndes, kann beim Stöbern in dem „Lädle“ entdeckt werden.
Das Veranstaltungsprogramm des Freilichtmuseums für 2013 kann kostenlos angefordert werden und wird auf der Homepage ausführlich vorgestellt. Das Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen in Beuren ist von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen, auch an Pfingstmontag, von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Freilichtmuseum Beuren, Museum des Landkreises Esslingen für ländliche Kultur, In den Herbstwiesen, 72660 Beuren, E-Mail: info@freilichtmuseum-beuren.de, Infotelefon 07025 91190-90, Fax 07025 91190-10, Homepage: www.freilichtmuseum-beuren.de

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