254.006 Menschen in Deutschland fordern: „Stoppt Sex-Handel mit Kindern und Jugendlichen“!

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Übergabe einer Unterschriftensammlung von The Body Shop Germany
und ECPAT Deutschland e.V. an die Bundesjustizministerin
Leutheusser-Schnarrenberger

Das Unternehmen The Body Shop Germany und die
Kinderschutzorganisation ECPAT Deutschland e.V. (Arbeitsgemeinschaft
zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung) haben heute 254.006
in Deutschland gesammelte Unterschriften der Kampagne „Stoppt
Sex-Handel mit Kindern und Jugendlichen“ symbolisch an
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger übergeben.

Das Engagement von The Body Shop Germany und ECPAT Deutschland
e.V. ist Teil einer globalen Kampagne „Stoppt Sex-Handel mit Kindern
und Jugendlichen“, die seit 2009 von The Body Shop und ECPAT in 66
Ländern durchgeführt wird. Ziel ist es, die Öffentlichkeit weltweit
für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren und die nationalen
Regierungen – darunter auch die Bundes-regierung – aufzufordern, sich
stärker für den Schutz von über einer Million Kindern und
Jugendlichen einzusetzen, die jährlich sexuell ausgebeutet werden.
Weltweit haben sich über sieben Millionen Menschen gegen Sex-Handel
mit Kindern und Jugendlichen ausgesprochen. Am 29. September 2011
werden die Unterschriften aus allen teilnehmenden Ländern an die
Vereinten Nationen (UN) in Genf überreicht.

Die Kampagne

Mit der Forderung „Stoppt Sex-Handel mit Kindern und Jugendlichen“
traten The Body Shop International und der Kampagnenpartner ECPAT
International im Jahr 2009 an die Öffentlichkeit. In Deutschland
haben rund 700 Mitarbeiter in über 100 The Body Shop® Geschäften als
Kampagnenbotschafter durch öffentlichkeitswirksame Aktionen und
intensive Gespräche mit den Kunden täglich Basisarbeit betrieben und
die Bevölkerung auf dieses brisante Thema aufmerksam gemacht. Zudem
konnte durch den Verkauf der von The Body Shop speziell für die
Kampagne entwickelten Handcreme „Soft Hands Kind Heart Hand Cream“
die Arbeit von ECPAT Deutschland e.V. mit einem Spendenbetrag von
bislang über 270.000 Euro unterstützt werden. ECPAT Deutschland legt
in der gemeinsamen Kampagnenarbeit neben öffentlichkeitswirksamen
Aktivitäten, wie z.B. zahlreichen Städteaktionen mit Jugendlichen und
jungen Freiwilligen, einen Schwerpunkt auf die Schulung und
Fortbildung von Fachkräften. Diese richten sich u. a. an Mitarbeiter
der Polizei, Jugend- und Sozialbehörden, Jugendhilfeeinrichtungen,
Ausländerbehörden, Flüchtlingseinrichtungen sowie NGOs. Zielsetzungen
sind eine bessere Opferidentifizierung sowie die wirksame
Unterstützung und Betreuung der Opfer. Bisher konnten rund 300
Fachkräfte geschult werden. Diese Schulungen werden auch im Jahr 2012
fortgeführt. Durch ihren gemeinsamen Schulterschluss haben The Body
Shop Germany und ECPAT Deutschland e.V. in breitem Rahmen Bewusstsein
in der Öffentlichkeit geschaffen. Über 250.000 Menschen in
Deutschland haben mit ihrer Unterschrift ein deutliches Zeichen gegen
Sex-Handel mit Kindern und Jugendlichen gesetzt.

Situation und Forderungen in Deutschland

Es ist nachgewiesen, dass Deutschland als Tatland für
grenzüberschreitenden Handel mit Kindern und Jugendlichen zum Zweck
der sexuellen Ausbeutung und als Hersteller von pornografischem
Material dient (Menschenhandelslagebild 2009 des
Bundeskriminalamtes). Weniger bekannt ist, dass Minderjährige auch
innerhalb Deutschlands gehandelt werden – und das muss Politik,
Strafverfolgung und Öffentlichkeit bewusst werden. Obwohl Deutschland
die meisten internationalen und regionalen Rechtsinstrumente, die der
Bekämpfung des Handels mit Kindern und Jugendlichen dienen,
ratifiziert hat, müssen neue EU Richtlinien erst in nationales Recht
umgesetzt werden.

Die Entgegennahme der Unterschriften durch die
Bundesjustizministerin ist mit großen Hoffnungen auf einen besseren
Schutz der Opfer des Kinderhandels in Deutschland verbunden. „Wir
werten es als wichtiges politisches Zeichen, dass die
Justizministerin die 254.006 Unterschriften entgegengenommen hat. Es
ist an der Zeit, dass wir auch in Deutschland den Handel mit Kindern
und Jugendlichen ernst nehmen. Das Ziel muss sein, alle von dieser
Ausbeutung betroffenen Kinder und Jugendlichen zu identifizieren,
unabhängig davon, ob sie hier in schwierigen Familiensituationen oder
auf der Straße leben, ob sie als Au Pair, Hausmädchen oder als
unbegleitete Flüchtlinge zu uns gekommen sind. Alle Opfer sollen eine
kind- und jugendgerechte Unterstützung erhalten. Dafür stehen wir –
The Body Shop und ECPAT – mit unserer Kampagne“, betont Mechtild
Maurer, Geschäftsführerin von ECPAT Deutschland e.V.

Bisher blieben in Deutschland vor allem die Entwicklung von
Präventionsmaßnahmen und die Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer
unzureichend. Hierzu sollten insbesondere alle Fachleute, die mit
Opfern des Handels mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, an
Weiterbildungen teilnehmen. Dies betrifft z. B. Polizeibeamte,
Richter, Staatsanwälte, Sozial- und Jugendarbeiter, Beamte der
Einwanderungsbehörden und Mitarbeiter in Beratungsstellen. Dies
stellt sicher, dass betroffene Kinder und Jugendliche schnell erkannt
werden und effektiv unterstützt werden können. Daher wurde in
Deutschland im Rahmen der Kampagne in erster Linie gefordert:

– Ausbau von spezialisierten und kindgerechten Hilfe- und
Betreuungsangeboten für Opfer von Kinderhandel,
– Schulung und Vernetzung spezifischer Berufsgruppen (u. a.
Polizei und Jugendwohlfahrt), um die Identifizierung sowohl von
Opfern als auch von Tätern zu erhöhen, sowie
– Sensibilisierung der Bevölkerung in Deutschland und Einrichtung
einer öffentlichen Hotline für Betroffene.

Mit der Ratifizierung der Richtlinie zur Verhütung und Bekämpfung
von Menschenhandel und zum Opferschutz wurde vom
Bundesjustizministerium bereits ein wichtiger Schritt gegen
Kinderhandel und Missbrauch geleistet. Allerdings hat Deutschland
noch einen langen Weg vor sich, bis diese Richtlinie in nationales
Recht umgesetzt wird und ein gut funktionierendes Meldesystem für
Betroffene geschaffen ist. Der Geschäftsführer von The Body Shop
Germany, Alexander Borwitzky, bringt es auf den Punkt: „Mit der
Unterschriftensammlung fordern wir die Bundesregierung auf, nicht
wegzuschauen. Mehr als 250.000 Menschen in Deutschland haben mit
ihrer Unterschrift ein deutliches Zeichen gesetzt. Doch das kann nur
der Anfang sein – nun ist die Politik gefordert.“

Die Kampagnenpartner

The Body Shop International

The Body Shop ist eines der weltweit bekanntesten
Kosmetikunternehmen, das seit über 25 Jahren mit Kampagnen für
wichtige gesellschaftspolitische Themen international Zeichen setzt.
Vor zwei Jahren hat The Body Shop die internationale Kampagne gegen
Kinderhandel und Missbrauch ins Leben gerufen, die bislang größte
Kampagne in der Unternehmensgeschichte. The Body Shop Germany GmbH
ist seit 1985 in Deutschland vertreten. In mehr als 100 Shops sind
rund 700 Mitarbeiter beschäftigt. Mehr Informationen unter
http://www.thebodyshop.de/ bzw. http://www.thebodyshop.com/ .

ECPAT International

Das internationale Kinderrechtsbündnis ECPAT International (End
Child Prostitution, Child Pornography and Trafficking of Children for
Sexual Purposes) ist ein globales Netzwerk aus unabhängigen
Organisationen, die weltweit in 80 Ländern gegen sexuelle Ausbeutung
von Kindern durch Prostitution, Pornografie und Kinderhandel kämpfen.
ECPAT Deutschland e.V. vertritt bundesweit 30 Hilfswerke,
Institutionen und Gruppen und arbeitet in verschiedenen Gremien mit.
ECPAT setzt sich in unterschiedlichen Arbeitsfeldern dafür ein, dass
Kinder in unserer Gesellschaft aufwachsen können, ohne sexuell
ausgebeutet zu werden. Mehr Informationen unter http://www.ecpat.de/
bzw. http://www.ecpat.net/ .

Pressekontakt:
Elena Vinokurova
Fleishman-Hillard Germany GmbH
Potsdamer Platz 5 | 10785 Berlin
(T) +49 30 5900 433 34 | (F) +49 30 5900 433 51
(E) Elena.Vinokurova@fleishmaneurope.com

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