3. Jahrestag des Erdbebens in Nepal am 25. April 2015 / Die Opfer benötigen noch viel Hilfe / Die zehnjährige Khendo braucht alle sechs Monate eine neue Prothese (FOTO)

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Als in Nepal vor drei Jahren die Erde bebte, wurden mehr als 8.000
Menschen getötet und 22.000 verletzt. Da Handicap International (HI)
bereits vor Ort war, konnten die Teams unmittelbar mit der Nothilfe
für die Opfer starten und über 15.000 Menschen unterstützen. Der
20-jährige Ramesh war einer der Betroffenen. Er verlor beide Beine –
heute ist er Spitzensportler. Und die beiden zehnjährigen Mädchen
Nirmala und Khendo haben gelernt, mit ihren Prothesen gut zu laufen
und sind unzertrennliche Freundinnen. HI ist weiterhin vor Ort und
hilft Tausenden, die nach wie vor Unterstützung brauchen.

Mit eisernem Willen für die Paralympics

Ramesh wurde unter den Trümmern begraben und ertrug schlimme
Schmerzen bis er gerettet werden konnte. Ihm mussten beide Beine
amputiert werden. HI passte ihm Prothesen an und hilft ihm seitdem
mit Reha. Heute besucht er wieder die Schule und trainiert mit
eisernem Willen für die Paralympischen Spiele. „Ich habe schon 22
Medaillen gewonnen. Meine Preisgelder gebe ich meinen Eltern und
Geschwistern. Sie leben in sehr ärmlichen Verhältnissen und wohnen
weit von hier entfernt. Ich wollte unbedingt wieder zur Schule zu
gehen, denn ich will einen Job finden und für mich selbst sorgen
können“, bekräftigt Ramesh mit einem fröhlichen Lachen.

Unzertrennliche Freundinnen: „Wir weinen auch zusammen.“

Nirmala und Khendo lernten sich im Krankenhaus kennen. Beide waren
verschüttet worden, beide hatten ein Bein verloren. Gemeinsam
trainierten sie ihre Reha-Übungen mit den Physiotherapeuten von HI
und lernten wieder laufen. Heute, drei Jahre danach, sind die zwei
Mädchen unzertrennlich und besuchen dieselbe Schule. „Wir schlafen im
selben Zimmer, im selben Bett. Wenn Nirmala weint, dann weine ich
auch. Wir machen alles zusammen“, erzählt Khendo. „Ich habe Nirmala
und Khendo kurz nach dem Erdbeben kennengelernt“, erklärt Sudan
Rimal, Physiotherapeut für Handicap International. „Ich habe ihre
Beinstumpfe massiert und ihnen Übungen beigebracht, die die
Beinmuskulatur stärken. Sie haben Prothesen erhalten und erneut das
Laufen gelernt. Sie kommen regelmäßig vorbei, um mich zu sehen. Da
sie so schnell wachsen, müssen wir ihnen alle sechs Monate eine neue
Prothese anpassen. Wir haben eine gute, vertrauensvolle Beziehung
zueinander aufgebaut.“

Hilfe und Hilfsgüter für Tausende

Die Hilfsorganisation Handicap International hat seit dem Erdbeben
am 25. April 2015 über 34.000 Physiotherapiestunden und Sitzungen mit
psychologischer Hilfe für mehr als 15.000 Menschen durchgeführt und
6.300 Prothesen, Orthesen etc. an Verletzte gespendet. Darüber hinaus
hat HI mehr als 4.300 Hilfspakete mit Zelten, Küchensets,
Hygienesets, Decken etc. an über 2.200 Familien verteilt. Die NRO hat
die Lagerung von über 5.400 Tonnen an humanitären Hilfsgütern
organisiert und deren Verteilung in abgelegene Dörfer koordiniert.
Weiterhin erhielten über 1.500 vom Erdbeben schwer getroffene
Haushalte eine finanzielle Unterstützung, um einen Weg zurück in
Arbeit und Einkommen zu finden. Dadurch konnten sie beispielsweise
Ziegen züchten oder kleine Läden eröffnen. Zusätzlich verteilte HI im
Winter 2016 warme Kleidung, Decken usw. an mehr als 9.000 Menschen,
die durch die Folgen des Erdbebens Unterstützung brauchten.Letztlich
konnten die Teams von HI die humanitäre Versorgung, die von anderen
Organisationen im Bereich Gesundheit und Bildung angeboten wurde, für
die schutzbedürftigsten Menschen zugänglich machen. Außerdem
sensibilisierte HI über 3.000 Regierungsmitglieder in Nepal, um
sicherzustellen, dass sie die besonders schutzbedürftigen Menschen
zukünftig in der Katastrophenvorsorge berücksichtigen. Aktuell
verfügt HI über ein Team von 70 Mitarbeiter/-innen in Nepal. Diese
unterstützen fünf Reha-Zentren im Land und helfen Erdbebenopfern
dabei, wieder Einkommensmöglichkeiten zu finden. Darüber hinaus
stellen sie sicher, dass Kinder mit Behinderung zur Schule gehen
können. Auch die Opfer der Überschwemmungen vom August 2017 erhalten
Unterstützung dabei, ihre Existenzgrundlagen wieder aufzubauen und
erneut auf eigenen Beinen zu stehen.

Pressekontakt:
Huberta von Roedern, Leitung Öffentlichkeitsarbeit
089/ 54 76 06 34, h.vonrodern@hi.org
www.handicap-international.de

Original-Content von: Handicap International, übermittelt durch news aktuell

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