RNZ: Mitnahme – Kommentar zum „Baukindergeld“

Als Mittel gegen den Mangel an bezahlbaren
Wohnungen und Häusern wird das „Baukindergeld“ wohl weitgehend
wirkungslos bleiben. Und damit auch als Baustein zum Schutz vor
Altersarmut. Es wird vor allem denen nutzen, die ohnehin kaufen
wollen – oder, da rückwirkend gewährt, schon gekauft haben.
Diejenigen, die weit davon entfernt sind, das nötige Eigenkapital
aufzubringen, werden nicht profitieren. Vierköpfige Familien mit
105 000 Euro – das sind keine Bedürftigen, die da gefördert
werden. Im schlimmsten Fall wird das Baukindergeld die irren
Entwicklungen am Immobilienmarkt sogar befeuern. Modellrechnungen
zeigen, dass es bei einem Kreditbetrag von 90 000 Euro die
Kreditrate um ein Viertel senken könnte. Bei 270 000 Euro, in
umkämpften Ballungsgebieten wahrlich keine Seltenheit, nur um ein
Zehntel. So besteht die Gefahr, Kaufkraft in günstigere Gegend zu
lenken und auch dort die Preise anziehen zu lassen. Um das zu
verhindern, müsste die Koalition die Förderung an den Kaufpreis
koppeln. Das allgemein förderlichere Modell, ein Bürgschaftsprogramm
statt Eigenkapitalspritze, steht sogar, am Rande, im
Koalitionsvertrag. In der Umsetzung ist erst mal nicht die Rede
davon.

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