Allg. Zeitung Mainz: Risse / Kommentar zu Merkel und von der Leyen

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Die Liste derjenigen, denen Angela Merkel
medienwirksam ihr volles Vertrauen ausgesprochen und sie danach
eiskalt abserviert hat, ist ziemlich lang. So gesehen müsste sich
Ursula von der Leyen jetzt doch ein wenig sorgen. Das Hickhack
innerhalb der Union um die Frauenquote hat Spuren hinterlassen. Hat
Risse sichtbar werden lassen in der scheinbar so undurchdringlichen
Fassade der Merkel-CDU. Was für sich genommen gar kein schlechtes
Zeichen ist, denn zumindest von außen betrachtet nähert sich die
Partei unter der Ägide der beinahe ewigen Kanzlerin in raschen
Schritten dem Zustand an, den sie unter Helmut Kohl schon einmal
erreicht hatte. Denn es gibt ihn, diesen Punkt, ab dem vor lauter
Disziplin und Auf-Linie-Bringen das verschwindet, was Demokratie so
dringend braucht: der lebendige Wettstreit der Meinungen. Bei einer
Volkspartei muss sich dieser Wettstreit naturgemäß auch intern
abspielen. Dabei darf man auch Frau von der Leyen nicht nur hehre
Motive, sondern mindestens in gleichem Maß ein ausgeprägtes
Geltungsbewusstsein unterstellen. Das Thema Frauenquote wird auf die
Tagesordnung zurückkehren. Und dann wird man auch in der Union darauf
reagieren müssen. Da kann es jetzt nicht schaden, sich schon einmal
zu positionieren. Und bis zur Wiedervorlage wird sich die Sorge der
ehrgeizigen Niedersächsin wieder gelegt haben. Sind es doch zwei
Umstände, die sie schützen. Zum einen ist bald Bundestagswahl, da
tastet auch die Kanzlerin ihr Kabinett nur noch dann an, wenn sie
unbedingt muss. Und zum anderen waren so gut wie alle, die Merkels
Vertrauen mit ihrer politischen Karriere bezahlten, Männer.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
desk-zentral@vrm.de

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