Allg. Zeitung Mainz: Gelegenheit macht… / Kommentar zu Steuerhinterziehung

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Es ist zwar die Gelegenheit, die Diebe macht. Beim
Thema Steuerhinterziehung heißen die Gelegenheiten Schweiz,
Luxemburg, British Virgin Islands und viele andere exotische Flecken
auf dieser Erde. Aber gäbe es sie nicht, würde dennoch versucht, dem
Staat und damit der Gesellschaft vorzuenthalten, was ihm und ihr
zusteht. Zur Not würde der Gesetzesbrecher das Schwarzgeld eben in
den Banktresor legen oder unter die Matratze. Will heißen: Auch mit
noch so eifrigen Fahndern, mit noch so viel Steuer-CDs, die
Länderfinanzminster hierzulande aufkaufen, wird man die Gier, die
hinter jeder Steuerhinterziehung steckt, nicht beseitigen können.
Denn sie ist Teil der menschlichen Natur – trotz ihrer Ächtung durch
die Religion, trotz noch so vieler Appelle an den Gemeinsinn, trotz
noch so hoher Strafen. Deshalb stellt sich in der Diskussion –
aktuell befeuert durch den Fall Hoeneß – die Frage, welcher Weg der
Gemeinschaft am Ende am meisten bringt: der pragmatische zum Beispiel
über ein Steuerabkommen, das das Steuerparadies ein für alle Mal
entzaubert. Oder die Jagd auf sie, bei der zwar viele nicht erwischt
werden dürften, dafür aber durch Strafe unser aller Verlangen nach
Gerechtigkeit ein Stück weit befriedigt würde. Eine perfekte Lösung
kann es nicht geben. Und deshalb wird am Ende des Tages ein
Kompromiss stehen müssen, den der suchen muss, der nach dem 22.
September dieses Land regieren wird. Bis dahin herrscht Wahlkampf,
und Uli Hoeneß wird die Sau sein, die man durchs Dorf treibt, in der
Hoffnung, dass am politischen Gegner möglichst viel Dreck kleben
bleibt.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
desk-zentral@vrm.de

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