Altenpflegeausbildung: Der Demografiefaktor schlägt zu /
Auf der Frankfurter Berufsbildungsmesse vom 26. bis 28.05.2010 hatte der Stand der Altenpflege großen Zulauf

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Fünf Altenpflegeschulen und 41 Heime des
Frankfurter Forums für Altenpflege präsentierten ihre Betriebe und
erläuterten die praktischen und schulischen Inhalte der ein- und
dreijährigen Ausbildung. Bereits am ersten Messetag schlängelten sich
Hunderte Jugendlicher der Abschussklassen an den Messeständen vorbei.
Viele Jugendliche blieben aber stehen, als sie gefragt wurden:
„Wissen Sie denn schon, was sie werden wollen? Altenpflege ist ein
krisensicherer Zukunftsberuf mit vielen Aufstiegsmöglichkeiten.“
Diese Auskunft erteilte Theofine, ein als alte Frau verkleideter
Schauspieler, der mit seinem Mitspieler Eduard für die Altenpflege
warb.

Jetzt für die Zukunft ausbilden

Es gibt zwar zunehmend Pflegebedürftige und auch immer mehr
Altenpflegeheime, aber es fehlt doch gerade in Frankfurt
Pflegefachpersonal im stationären sowie ambulanten Bereich. Das hat
auch Folgen für die Auszubildenden. Denn die Pflegefachkräfte sind in
den Einrichtungen auch für deren praktische Anleitung zuständig. Das
theoretisch Gelernte kann daher nicht ausreichend praktisch geübt
werden. Um auch Menschen mittleren Alters für die Pflege zu gewinnen,
müssen die Betriebe künftigem Personal bessere Bedingungen bieten.

Chancen für Berufseinsteiger

„Wir planen ein Förderprogramm für Frauen nach der Kinderphase,
die diese Ausbildung machen wollen“, präzisierte Sylvia Momsen von
den Grünen im Römer. Weil im Pflegeberuf nicht so üppig verdient
werde und das Wohnen in Frankfurt teuer ist, müssten zudem die
Wohnungsbaugesellschaften bewegt werden, für Pflegende günstigen
Wohnraum vorzuhalten. Grundsätzlich müsse künftig mehr in den
Altenpflegeberuf investiert werden.

Pflegebegleiter für Angehörige

Dem stimmten auch Rudi Baumgärtner, SPD, ehemaliger Leiter des
Sozialausschusses, zu. Er plädierte dafür, dass pflegebedürftige alte
Menschen, die länger in ihrer Wohnung leben wollten, von ambulanter
Pflege umfassender unterstützt werden sollten. Diese müsse rund um
die Uhr abrufbar sein. Den Bau großer Pflegeeinrichtungen hielt er
für nicht mehr zeitgemäß. Baumgärtner selbst will sich zum
Pflegebegleiter ausbilden lassen, auch um mehr praktisches Wissen
darüber zu erlangen, wie man pflegenden Angehörigen beisteht: „Rund
zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden Zuhause versorgt.“

Anstrengungen für Attraktivität

„Der Altenpflegeberuf muss attraktiver werden“, so Stephan Siegler
von der CDU im Römer. Die Frankfurter Pflegeeinrichtungen müssen für
Kinder ihrer Mitarbeiter Kindergartenplätze bereitstellen, um etwa
auch zu späteren Zeiten eine Betreuung der Kinder zu gewährleisten.
Zudem seien flexiblere Arbeitszeitmodelle zu erstellen, um den
Bedürfnissen von Personal und Gepflegten gleichermaßen gerecht zu
werden. Migranten, die schon einen qualifizierten Berufsabschluss
erworben haben, sollten diesen rascher anerkannt bekommen. Und für
die praktische Altenpflegeausbildung müsse in den Betrieben mehr Zeit
eingesetzt werden, um die Berufsausbildung sicherzustellen und die
jungen Menschen an den Beruf zu binden. In der Auftaktveranstaltung
zur Messe hieß es, dass wir es uns nicht mehr leisten sollten, junge
Menschen ohne berufliche Perspektiven zu lassen.
www.FFA-Frankfurt.de/FFA/presse/aktuelles.html

Pressekontakt:
Beate Glinski-Krause
Tel. 069-61994451
E-Mail: info@ffa-frankfurt.de

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