Badische Neueste Nachrichten: Gewissenlosigkeit

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Mehr als 1 000 Leichen haben die Rettungstrupps
bereits aus dem Schuttberg geborgen. Täglich werden es mehr. Vor zwei
Wochen ist in einem Vorort von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka ein
Fabrikhochhaus zusammengebrochen. Selbst am Freitag wurde noch eine
Frau gerettet. Doch für die jetzt noch Vermissten gibt es so gut wie
keine Hoffnung mehr. Was hat das mit uns zu tun, außer Trauer und
Mitgefühl? Sehr viel. Auch in den Firmen, die in diesem illegal
errichteten Gebäude produzierten, wurde für den internationalen Markt
genäht – auch für deutsche Textildiscounter, die ihre Ware zu
Niedrigstpreisen verschleudern und deren Geschäft auf der Ausbeutung
von Menschen in ärmsten Entwicklungsländern gründet. Geiz ist geil,
wird den Konsumenten eingehämmert. Was dabei verschwiegen wird: Geiz
kann tödlich sein. Gerade im Textilbereich findet ein mörderischer
Wettbewerb statt. Ausgetragen wird er auf dem Rücken von Arbeitern,
denen die elementarsten Arbeitsrechte vorenthalten werden. Weltweit
sucht die Textilindustrie Alternativen zur Werkbank China. Dort
lassen sich die Arbeiter die schlimmsten Formen von Ausbeutung und
Betrug nicht mehr gefallen. Die Arbeit in China wird den großen
Textilhändlern zu teuer. Also reagieren sie so, wie sie es schon
immer gemacht haben. Sie ziehen mit ihrer Produktion weiter in
Länder, in denen die Arbeitszeiten länger und die Löhne billiger
sind. Gier und Gewissenlosigkeit sind das Geschäftsprinzip, dem in
Bangladesch mehr als 3,5 Millionen Beschäftigte ausgeliefert sind.

Pressekontakt:
Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de

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