Berliner Stadtentwicklungssenator Scheel: Wohnungsbauziele 2020 werden nicht erreicht

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Die Berliner landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften werden das Ziel, 4147 Neubauwohnungen im Jahr 2020 fertigzustellen, verfehlen. Das erklärte der Berliner Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) im Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „nd.Der Tag“. „Die Corona-Pandemie bremst uns beim Wohnungsbau spürbar aus, und das wird sich in den Fertigstellungszahlen bemerkbar machen“, sagte Scheel zu „nd.Der Tag“.

Durch den ersten Lockdown seien die Unternehmen gut gekommen, berichtete der Senator. „Es gab allerdings bereits Probleme auf den Baustellen direkt. Zulieferungen verzögerten sich, die Pandemie bringt den Personaleinsatz bei den Baufirmen durcheinander. Eine Baustelle musste aufgrund eines Coronafalls sogar ganz stillgelegt werden“, so Scheel weiter. In der Folge seien in der Bauausführung „mittlerweile Monate statt Wochen verloren gegangen“. In den Bezirken sei Personal aus den Fachbereichen für die Corona-Nachverfolgung abgeordnet oder habe technisch vom Homeoffice aus nur eingeschränkt Zugriff auf die Verwaltungsnetzwerke. Die Vergabe von externen Gutachten stocke ebenfalls. Bei der Bürgerbeteiligung mussten bestimmte Schritte teilweise vollkommen umprogrammiert werden. „Das alles kostet Zeit“, sagte Scheel zu „nd.DerTag“. Trotzdem sieht der Stadtentwicklungssenator Fortschritte. Der Wohnungsbaumotor in Berlin sei inzwischen gut angelaufen. „2019 waren die landeseigenen Gesellschaften mit knapp 4500 fertiggestellten Wohnungen erstmals der größte Bauherr Deutschlands“, so Scheel.

Im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag von 2016 war die Schaffung von 30.000 neuen landeseigenen Wohnungen vereinbart worden, rechnerisch also 6000 pro Regierungsjahr. Ein Ziel, das bisher in keinem Jahr erreicht worden ist. Bereits in dem im Juli vorgelegten jährlichen Bericht der Verwaltung dazu ging man davon aus, dass bis Ende 2021 nur 23.710 neue Wohnungen fertig werden. „Zugegebenermaßen basierten die Zielmarken des Koalitionsvertrags auf Idealbedingungen“, erklärte Scheel dazu. „Da reicht es, dass eine Fledermaus durchs Bild fliegt und schon hat man Zeitverzug. Dann wird ein weiteres Gutachten notwendig – und sofort sind die vorgesehenen Planungen Schall und Rauch“, so der Senator.

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