BW-Trend: CDU auf Rekordtief / Wirtschaftliche Stimmung trübt sich ein / Corona-Krisenmanagement überwiegend positiv bewertet (FOTO)

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Repräsentative Umfrage im Auftrag von Südwestrundfunk (SWR)
und Stuttgarter Zeitung

Stuttgart. Die CDU rutscht in der politischen Stimmung in Baden-Württemberg auf
ein Rekordtief. Wäre bereits am kommenden Sonntag Landtagswahl, käme die CDU auf
23 Prozent der Stimmen, so das Ergebnis des neuen BW-Trends des
Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von SWR und Stuttgarter
Zeitung. Im Vergleich zur vorigen Umfrage im September 2019 bedeutet das ein
Minus von 3 Prozentpunkten. Das ist der niedrigste Wert, der jemals bei einem
BW-Trend für die CDU gemessen wurde. Die Grünen büßen im Vergleich zur
Septemberumfrage 2 Prozentpunkte ein, würden aber mit 36 Prozent klar die
stärkste Kraft bleiben. Die AfD läge aktuell bei 14 Prozent (+2 Prozentpunkte).
Die SPD kann sich von ihrem Tief bei der Septemberumfrage erholen und käme auf
11 Prozent (+3). Die FPD läge bei 7 Prozent (-1). Die Linke könnte sich mit
aktuell 5 Prozent (+2) Hoffnungen auf einen Einzug in den Landtag von
Baden-Württemberg machen. Für die repräsentative Umfrage hat Infratest dimap vom
5. bis 10. März 2020 insgesamt 1.001 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg
telefonisch befragt.

Skepsis über wirtschaftliche Lage nimmt zu: Die Beurteilung der wirtschaftlichen
Lage in Baden-Württemberg fällt etwas negativer aus als bei der vorigen Umfrage
im September. Die Stimmung hat sich eingetrübt und fällt auf den
zweitschlechtesten Wert, der bisher im BW-Trend gemessen wurde. 27 Prozent der
Befragten bewerten die wirtschaftliche Lage als weniger gut oder schlecht. Das
sind 10 Prozentpunkte mehr als im September. Sehr wahrscheinlich zeigen hier die
Ausbreitung des neuartigen Coronavirus– und Meldungen über reduzierte
Gewinnerwartungen in der Automobilindustrie ihre Wirkung. Dennoch sehen weit
mehr als zwei Drittel (71 Prozent) die aktuelle wirtschaftliche Situation im
Land als positiv. Die Baden-Württemberger blicken mehrheitlich optimistisch in
die Zukunft: Mehr als zwei Drittel (70 Prozent, -3 Prozentpunkte im Vergleich
zum September) machen sich über die künftige wirtschaftliche Entwicklung im Land
keine oder nur geringe Sorgen, 29 Prozent (+2) haben große oder sehr große
Bedenken.

Baden-Württemberger bewerten Corona-Krisenmanagement überwiegend positiv: Der
Umgang mit dem neuartigen Coronavirus wird von den Bürgerinnen und Bürgern in
Baden-Württemberg überwiegend positiv eingeschätzt. Nach Ansicht von 68 Prozent
der Befragten haben die Behörden und Gesundheitseinrichtungen im Land die
Situation bislang alles in allem unter Kontrolle. Ein Viertel (25 Prozent) hat
dagegen Zweifel am Krisenmanagement.

Weiterhin hohe Zufriedenheit mit der Landesregierung: Ein Jahr vor der
Landtagswahl ist weiterhin eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger (66
Prozent, +1) mit der Arbeit der baden-württembergischen Landesregierung sehr
zufrieden oder zufrieden. Dabei wird die Arbeit der Grünen mehrheitlich positiv
bewertet (57 Prozent sehr zufrieden/zufrieden gegenüber 39 Prozent weniger/gar
nicht zufrieden), wogegen die Arbeit der CDU kritischer gesehen wird (36 Prozent
sehr zufrieden/zufrieden gegenüber 58 Prozent weniger/gar nicht zufrieden). Der
mit Abstand beliebteste Landespolitiker ist nach wie vor Ministerpräsident
Winfried Kretschmann. 73 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind mit seiner
politischen Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden, im Vergleich zur
Septemberumfrage bedeutet das allerdings einen Rückgang um 4 Prozentpunkte.
CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann konnte an Ansehen gewinnen. Mit ihrer
Arbeit sind 30 Prozent der Befragten sehr zufrieden bzw. zufrieden (+7).

Große Mehrheit lehnt Zusammenarbeit mit AfD ab: Nach der Regierungskrise in
Thüringen ist eine neue Debatte über mögliche Kooperationen mit der AfD
entstanden. In Baden-Württemberg schließt eine große Mehrheit der Befragten (63
Prozent) eine Zusammenarbeit anderer Parteien mit der AfD aus. Allerdings hält
es knapp ein Drittel (32 Prozent) nicht für richtig, eine solche Zusammenarbeit
auszuschließen.

Viele Baden-Württemberger stehen Aufnahme von Flüchtlingen offen gegenüber: Der
Andrang von Flüchtlingen an der griechisch-türkischen Grenze hat eine neue
Diskussion um die Aufnahme von Geflüchteten ausgelöst. In Baden-Württemberg
sprechen sich 37 Prozent grundsätzlich dafür aus, Flüchtlinge in Deutschland und
damit auch im Land aufzunehmen, selbst wenn andere EU-Staaten dies nicht tun
sollten. 45 Prozent knüpfen eine Aufnahme von Flüchtlingen an die Bedingung,
dass auch andere EU-Staaten zur Aufnahme bereit sind. Rund jeder Siebte (15
Prozent) lehnt die Aufnahme grundsätzlich ab.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches
Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der
Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den
Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich.

Die Ergebnisse der Umfrage sind am heutigen Donnerstag, 12. März 2020, unter
anderem Thema in allen Nachrichtensendungen des SWR. Alle Ergebnisse, Grafiken
sowie Informationen zu Methoden und Fehlertoleranzen der Umfrage online unter
www.SWR.de/bwtrend.

Zitate nur gegen Quellenangabe “BW-Trend von Infratest dimap im Auftrag des
Südwestrundfunks (SWR) und der Stuttgarter Zeitung” frei.

Fragen zum Inhalt: Rainer Kamm Telefon 0711 929 13422, rainer.kamm@SWR.de

Pressekontakt: Katja Matschinski, 0711 929 11063, katja.matschinski@SWR.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/7169/4545022
OTS: SWR – Südwestrundfunk

Original-Content von: SWR – Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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