Den 30 größten deutschen Unternehmen fehlen 1100 weibliche Führungskräfte

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– 30%-Frauenquote in DAX-30-Aufsichtsräten 2018 erstmals
übertroffen – aber in Vorständen und auf obersten Führungsebenen
sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert
– Damit jede dritte Führungsposition von Frauen besetzt kann,
werden mehr als 1100 qualifizierte Kandidatinnen benötigt

Während die gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent in den
Aufsichtsräten der 30 grössten deutschen Unternehmen dieses Jahr
erstmals erreicht ist, sieht es auf Vorstandsebene sowie auf den
Führungsebenen 1 und 2 ganz anders aus. Dort sind die DAX-Unternehmen
noch weit von den selbst gesteckten Zielen oder einer Quote von 30%
entfernt. Allein um auf 30 Prozent zu kommen, fehlen dem DAX-30
momentan auf den ersten drei Führungsebenen über 1100 weibliche
Top-Führungskräfte.

Auch bei der Internationalisierung der Aufsichtsgremien nehmen die
größten deutschen Unternehmen keine Führungsrolle ein. Nach
steigender Quote im Vorjahr sank der Anteil der Ausländer dieses Jahr
wieder – auf nunmehr 28%. Gegenwärtig kommen 11 Aufsichtsräte aus den
USA, 24 aus Österreich und der Schweiz, 30 aus anderen europäischen
Ländern und sechs aus dem Rest der Welt. Die wichtigen Zukunftsmärkte
Asien, Lateinamerika und Afrika sind personell in den
DAX-30-Aufsichtsräten praktisch nicht vertreten.

Das sind die Ergebnisse einer Erhebung der Personalberatung
Russell Reynolds Associates, die heute veröffentlicht wurde. Seit
acht Jahren analysiert das auf die Besetzung von Spitzenpositionen
spezialisierte Unternehmen die Zusammensetzung der Aufsichtsräte der
DAX-30-Unternehmen in einer jährliche Studie.

“Für qualifizierte Frauen, die ganz nach oben wollen, sind goldene
Zeiten angebrochen. Es werden dringend weibliche Führungskräfte
gesucht”, erläutert Jens-Thomas Pietralla, Leiter der Europäischen
CEO & Board Praxisgruppe bei Russell Reynolds Associates.

Nur drei Jahre nach Inkrafttreten wurde die gesetzlich geforderte
Frauenquote von 30% für Aufsichtsräte im Mittel der 30 größten
börsennotierten deutschen Unternehmen auf der Kapitalseite im Mai
dieses Jahres erreicht und überschritten (sie liegt jetzt bei 31.6%).
Nimmt man allerdings Aufsichtsrats-Vorsitz und Ausschusstätigkeit als
Maßstab für die Machtverteilung in Aufsichtsräten, so ist der DAX-30
nach wie vor sehr männlich dominiert: Bislang gibt es mit Simone
Bagel-Trah bei Henkel nur eine weibliche Aufsichtsratsvorsitzende im
Club der 30, und zehn weibliche Ausschussvorsitzende von 129.

In den Aufsichtsräten konnte die Frauenquote dieses Jahr vor allem
mit Hilfe anglo-amerikanischer Managerinnen erreicht werden.
“Deutschland hat Nachholbedarf, wenn es darum geht, genügend
weibliche Führungskräfte in Top-Positionen zu bringen”, sagt
Pietralla.

Die Studie zeigt auch, dass der Anteil an Digitalisierungsexperten
unter den neu gewählten Aufsichtsräten auf 20 Prozent gestiegen ist.
Die starke Zunahme an Experten für Digitalisierung in den
Aufsichtsräten bedeutet, dass jetzt jedes zehnte
Aufsichtsratsmitglied über Digitalkompetenz verfügt. Ein Anstieg um
67% in den letzten vier Jahren.

Hierbei haben Frauen kräftig mitgeholfen: Der Anteil der
weiblichen Digitalisierungsexperten hat sich in den vergangenen vier
Jahren vervierfacht – von 3 auf 12. Frauen stellen mit einem Anteil
von 48% inzwischen fast die Hälfte aller Digitalisierungsexperten in
den DAX-30-Unternehmen. “Überproportional viele weibliche
Aufsichtsräte unterstützen durch ihre Expertise die Digitalisierung
in Deutschland”, resümiert Dr. Thomas Tomkos, Leiter der deutschen
CEO & Board Praxisgruppe bei Russell Reynolds Associates, “Die
Digitalisierung erscheint damit in besonderem Maße weiblich.”

Die Studie zeigt auch: Die Entflechtung schreitet weiter voran.
Die früher als Deutschland AG kritisierte Quervernetzung zwischen den
Aufsichtsräten geht weiter zurück; die Häufung von
Aufsichtsratsämtern im DAX-30 nimmt ab. Allerdings sind 2018 wieder
mehr aktuelle Vorstände von DAX-30-Unternehmen in die Aufsichtsräte
eingezogen und sorgen damit für eine zunehmende Verflechtung zwischen
Management- und Kontrollorganen. “Nach den zuletzt stark gestiegenen
Erwartungen an Aufsichtsräte ist dies eine durchaus überraschende
Entwicklung”, kommentiert Tomkos.

Die Studie bewertet jedes Jahr die Zusammensetzung der
DAX-30-Aufsichtsräte nach den Kriterien Geschlechteranteil,
Nationalitäten, Auslandserfahrung, Altersverteilung, Verweildauer,
Erfahrungsbreite und Mandatslast und vergibt dafür eine Gesamtnote.
Die durchschnittliche Bewertung verbessert sich 2018 weiter auf die
Note 2,2 nach 2,3 im Vorjahr. Das Ranking führen dieses Jahr
Lufthansa, Daimler, Bayer und MunichRe an. Dabei gelingt Lufthansa
ein außergewöhnlicher Sprung von Rang 16 an die Spitze.

Vollständige Studie herunterladen: http://ots.de/equ5p1

Pressekontakt:
Shepard Fox Communications
Axel Schafmeister
Tel.: +41 44 252 0708
Mobil: +41 78 714 8010
axel.schafmeister@shepard-fox.com

Original-Content von: Russell Reynolds Associates, übermittelt durch news aktuell

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