Der Tagesspiegel: Linke: Regierung muss Geld für unwirksame Grippemittel zurückverlangen

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Die Bundesregierung hält an der Bevorratung mit dem
Grippemittel Tamiflu fest – obwohl sie Kenntnis von
wissenschaftlichen Studien hat, die die Wirksamkeit des Medikaments
in Frage stellen. Die Frage einer Kündigung der Verträge mit der
Lieferfirma Roche stelle sich auch nach den neuen Publikationen der
Cochrane Collaboration Respiratory Group nicht, heißt es in der
Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der
Linkspartei, die dem Berliner „Tagesspiegel“ (Samstagsausgabe)
vorliegt. Allerdings werde das Konzept zum Einsatz antiviraler
Arzneimittel derzeit ebenso geprüft wie die Frage der weiteren
Einlagerung.

Die Linken-Abgeordnete Inge Höger nannte diese Prüfung „reichlich
spät“. Sie forderte die Regierung auf, die Rückzahlung aller Gelder
zu verlangen, „die aufgrund von verzerrten und geheim gehaltenen
Studien in der Vergangenheit an die Pharmaindustrie geflossen sind“.
Im Fall Tamiflu wären das mindestens 70 Millionen Euro. Gleichzeitig
müssten die Pandemiepläne revidiert, Studienergebnisse und
Lieferverträge mit Pharmaherstellern offengelegt und die
Unabhängigkeit von Arzneimittelstudien sichergestellt werden. Aus
Högers Sicht belegen die Cochrane-Publikationen, dass die Regierung
„für Millionen Euro ein unwirksames Mittel zur Bekämpfung von
Symptomen bei einer Schweinegrippe oder ähnlichen Influenzapandemien
eingelagert“ und sich dabei auf ein Gutachten gestützt habe, das von
der Lieferfirma Roche selber finanziert wurde. Die massenhafte
Bevorratung mit Tamiflu habe der Firma Roche im Jahr 2009 zu einem
„spektakulären Umsatzplus von 9,6 Prozent“ verholfen.

Pressekontakt:
Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-29021 14013
E-Mail: cvd@tagesspiegel.de
 

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