Zeitgemäßes Urheberrecht: Deutsche Musikautoren nehmen Gesetzgeber in die Pflicht

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Die Akademie Deutscher Musikautoren hat am Welttag
des geistigen Eigentums eine Resolution zum Urheberrecht
verabschiedet. Darin fordern die Mitglieder den Schutz kreativer
Arbeit auch im digitalen Zeitalter und damit eine zeitgemäße Reform
des Urheberrechts.

Mit einer Resolution appellieren die Komponisten und Textdicht der
Akademie Deutscher Musikautoren an den Gesetzgeber, geistiges
Eigentum im Internet besser zu schützen. Auch im digitalen Zeitalter
dürfe kreatives Schaffen nicht „der Profitorientierung
internationaler Konzerne zum Opfer“ fallen, heißt es in dem Papier.
Vielmehr erhofft sich die Akademie, „dass jeder genau hinschaut, ob
mit urheberrechtlich geschützten Inhalten fair umgegangen wird“.

Die Akademie hat die Resolution am „Welttag des geistigen
Eigentums“ verabschiedet und bezieht darin Stellung für die Rechte
von Urhebern in Deutschland. Sie fordert, dass kreative Arbeit auch
zukünftig ihren Wert haben muss.

Ein zeitgemäßes Urheberrecht

Zwar werde derzeit viel über Urheberrechte diskutiert, aber: „Die
Diskussion ist geprägt von der Sicht jener, die auf Basis unserer
kreativen Arbeit Geschäftsmodelle entwickeln und damit
Begehrlichkeiten wecken, Musik als kostenloses und überall
verfügbares Gut zu sehen“, sagt Professor Enjott Schneider,
Vorsitzender der Akademie Deutscher Musikautoren. Dem wolle sich die
Resolution entgegenstellen. So fordert die Akademie die Politik auf,
das Urheberrecht zu modernisieren und Antworten auf die Fragen zu
finden, die durch die digitale Revolution entstanden sind. Beispiel
Plattformanbieter: Deren Vorgehen kritisiert der Beschluss scharf.
Die Provider würden an geschützten Inhalten verdienen, ohne die
Urheber dafür zu vergüten – ein „bewusster Rechtsbruch“. Hier sieht
die Akademie den Gesetzgeber in der Pflicht, rechtliche Schlupflöcher
zu stopfen und eine solche Geschäftspraxis zu unterbinden.

Die Lebensgrundlage sichern

Auch im Internet müsse eine angemessene Vergütung der Urheber und
damit die Lebensgrundlage der Kreativen gesichert werden, so die
Akademie, und spricht sich in ihrer Resolution für starke
Verwertungsgesellschaften aus. Sie seien Garanten für
Chancengleichheit, denn schließlich sei es ihre Aufgabe, allen
Urhebern zu gleichen Konditionen den Zugang zum Markt zu ermöglichen,
den prominenten ebenso wie den unbekannten. Hier seien die
Gesetzgeber in Deutschland und Europa gefragt, faire
Rahmenbedingungen für die Musiklizenzierung zu schaffen, so die
Akademiemitglieder in ihrer Resolution.

Die Akademie Deutscher Musikautoren ist eine Versammlung von
Urhebern von Werken der Musik wie Komponisten und Textdichter, die
für ihr schöpferisch kreatives Schaffen eine außergewöhnliche
Würdigung erfahren haben – durch den Deutschen Musikautorenpreis.
Seit 2009 verleiht die GEMA den Deutschen Musikautorenpreis; die
Gewinner werden als Mitglied in die Akademie aufgenommen. Das Motto
„Autoren ehren Autoren“ betont die Solidarität und den kollegialen
Respekt in der großen, lebendigen Gemeinschaft der Musikschaffenden
Deutschlands. Aktuell hat die Akademie der Deutschen Musikautoren 77
Mitglieder. Über die Preisträger entscheidet eine unabhängige
Fachjury von Komponisten und Textdichtern, die von der Akademie
Deutscher Musikautoren jährlich neu berufen wird. Am 25. April 2013
wurde der Deutsche Musikautorenpreis zum fünften Mal verliehen. Die
diesjährigen Preisträger sind: Die Toten Hosen, Stefan Stoppok, Jörg
Widmann, Yann Peifer & Manuel Reuter, Annette Focks, Rainer Rubbert,
Deichkind, Torsten Goods & Jan Miserre und Klaus Huber.

Pressekontakt:
Ursula Goebel
Akademie Deutscher Musikautoren
ugoebel@gema.de
Telefon 089-48003-426

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