“Ein Herzstück des humanitären Völkerrechts”/ Irmgard Schwaetzer zur Bedeutung der Genfer Abkommen von 1949

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Zum 70. Jahrestag der Verabschiedung der Genfer
Abkommen erinnert Irmgard Schwaetzer, die Präses der Synode der EKD,
an deren Bedeutung: “Die vier Genfer Abkommen von 1949 sind, zusammen
mit ihren späteren Zusatzprotokollen, ein Herzstück des humanitären
Völkerrechts. Die große Zahl an Staaten weltweit, die sie inzwischen
ratifiziert haben, unterstreicht das. Sie alle sind sich einig, dass
Menschen in Kriegssituationen vor Grausamkeit und Unmenschlichkeit
geschützt werden müssen. Das hat einen großen Wert in sich, den wir
uns gerade heute, wo die Wirksamkeit und der Sinn internationaler
Abkommen vielerorts in Frage gestellt werden, vor Augen führen
müssen.” Umso wichtiger sei es daran zu erinnern, in welcher
Situation vor 70 Jahren die Genfer Abkommen verabschiedet wurden, so
Schwaetzer: “Die Teilnehmer der Konferenz standen unter dem Eindruck
des Zweiten Weltkriegs mit seinen vielen Opfern in der
Zivilbevölkerung. Sie ergänzten deshalb bereits bestehende Abkommen
insbesondere um den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten. Der
Beginn der ersten Bestimmung des 3. Artikels, der allen vier Abkommen
gemeinsam ist, liegt mir besonders am Herzen: –Personen, die nicht
direkt an den Feindseligkeiten teilnehmen […] sollen unter allen
Umständen mit Menschlichkeit behandelt werden, ohne jede
Benachteiligung aus Gründen der Rasse, der Farbe, der Religion oder
des Glaubens, des Geschlechts, der Geburt oder des Vermögens oder aus
irgendeinem ähnlichen Grunde–. In aller Klarheit wird hier die
Menschlichkeit als zentraler Wert festgehalten.”

Die Präses der EKD-Synode betont darüber hinaus, heute sei es
nicht minder wichtig als vor 70 Jahren, die Situation der Menschen in
Kriegen und bewaffneten Konflikten in den Blick zu nehmen und zu
fragen, wie sie verbessert werden könne. “Neue autonome oder
teilautonome Waffen und Waffensysteme, mögliche Angriffe im
Cyberraum, das ungelöste Problem der atomaren Bedrohung bringen neue
Fragestellungen. Die Klimakrise birgt großes Konfliktpotenzial und
verleiht der Frage der Gerechtigkeit als Grundlage von Frieden neue
Dringlichkeit”, führt Schwaetzer aus. “Innerhalb der evangelischen
Kirche setzen wir deshalb in diesem Jahr die Frage, wie Krisen und
Konflikte friedlich gelöst werden können, auf die Tagesordnung. Sie
ist das Schwerpunktthema der diesjährigen EKD-Synode im November.
Aber schon im Vorfeld beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage von
Frieden und Gerechtigkeit, ganz im Sinne der Jahreslosung 2019, die
nach dem Beitrag jedes Einzelnen fragt: “Suche Frieden und jage ihm
nach.” (Ps 34,15).

Mehr zum Thema Frieden finden Sie unter www.ekd.de/frieden.

Hannover, 12. August 2019

Pressestelle der EKD

Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 – 2796 – 269
E-Mail: presse@ekd.de

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