“Es ist cool, die Person neben dir zu umarmen, egal welche sexuelle Orientierung, Hautfarbe oder Religion sie hat!” (FOTO)

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Mit “Looking for Freedom” belegte David Hasselhoff 1989 acht Wochen lang den
ersten Platz der deutschen Hitparade und schuf gleichzeitig eine der
bekanntesten Freiheitshymnen rund um die deutsche Wiedervereinigung. Bis heute
ist sein Auftritt vor 500.000 Menschen an der Berliner Mauer am Silvesterabend
1989 legendär. In “Wahnsinn Wende – Die unglaublichsten Mauerfall-Geschichten”
(Freitag, 8. November 2019, 20:15 Uhr in SAT.1) erzählt “The Hoff” seine ganz
persönlichen Geschichten rund um den 9. November 1989.

SAT.1 hat mit David Hasselhoff vorab über seine Erinnerungen an den
Schicksalstag der deutsch-deutschen Geschichte, Schmuggel am Checkpoint Charlie
und seine politische Botschaft gesprochen.

Herr Hasselhoff, erinnern Sie sich noch an den Moment, als Sie erfuhren, dass
die Berliner Mauer gefallen ist?

Mein guter Freund Eugen aus Deutschland rief mich an diesem Tag an und erzählte
mir vom Mauerfall. Drei Monate zuvor hatte ich ihn noch gefragt: “Hey Eugen,
wann verschwindet endlich diese Mauer?” Seine Antwort war nur: “Das werde ich
nicht mehr erleben”. Keiner von uns konnte wissen, dass es nur kurze Zeit später
soweit sein sollte!

Wie fiel Ihre erste Reaktion darauf aus?

Für mich war es eine große Überraschung. Ich konnte gar nicht genug
Informationen bekommen. Die amerikanischen Medien haben zunächst ja gar nicht
realisierten, welch enorme Bedeutung dieses Ereignis für die ganze Welt haben
sollte. Aber ich wusste das sofort.

Und auch 30 Jahre später lässt Sie dieses Ereignis immer noch nicht los…

Das stimmt. Ich gebe heute noch Interviews vor dem Brandenburger Tor. Die New
York Times, die Washington Post, sie alle wollen wissen, wie ich den Fall der
Mauer erlebt habe. Manchmal kommt es mir so vor, als würden wir in den USA erst
jetzt verstehen, wie wichtig es war, Familien nach einer so langen Zeit der
Trennung wieder zu vereinen und der Teilung Deutschlands ein Ende zu setzen.

Als einer von wenigen US-Künstlern waren Sie in der DDR. Welche Erinnerungen
haben Sie an diesen Besuch?

Es fühlte sich damals wirklich an, als würde man von einer bunten in eine
schwarz-weiße Welt wechseln – so groß war damals der Unterschied zwischen West-
und Ostberlin. Ich erinnere mich noch an drei Mädchen, die mich auf der Straße
um ein Autogramm baten. Ich fragte sie: “Woher kennt ihr mich? Aus Knight
Rider?” Sie antworteten: “Nein, du bist der, der von Freiheit singt!” Das hatte
ich vorher noch nicht erlebt.

“Du bist der, der von Freiheit singt”

Wie ging es mit den Mädchen weiter?

Wir machten gemeinsam ein Foto, und ich versprach ihnen mit einem Geschenk
zurückzukommen. Ein Journalist aus Westberlin veröffentlichte die Geschichte am
nächsten Tag in einer Zeitung. Ich schmuggelte ein Exemplar an den DDR-Grenzern
am Checkpoint Charlie vorbei und schenkte sie den drei Mädchen. Die waren
vollkommen aus dem Häuschen, als sie sahen, dass sie es bis in eine Zeitung aus
dem Westen geschafft hatten.

Pünktlich zum Jubiläum des Mauerfalls gehen Sie in Deutschland mit einem neuen
Album auf Tour. Zufall?

Ich mache vor allem Musik, um die Menschen zu unterhalten. Meine Konzerte sollen
wie gewohnt eine große Party werden. Aber mit meinem neuen Album (“Open Your
Eyes”) soll natürlich auch eine kleine Botschaft gesendet werden. Es geht darum,
die Augen zu öffnen, für all die Lügen, die momentan auf der Welt verbreitet
werden.

Welche Lügen fallen Ihnen spontan ein?

Das fängt beim Klimawandel an und hört mit dem Gefühl auf, dass lügen irgendwie
normal geworden ist. Viele Menschen sind immer noch auf der Suche nach Freiheit.
Ich habe das Gefühl, dass diese im Moment an vielen Stellen eingeschränkt wird.
Es ist nicht cool, Menschen zu belügen. Es ist cool, die Person neben dir zu
umarmen, egal welche sexuelle Orientierung, Hautfarbe oder Religion sie hat.

Sie sehen sich als Künstler also auch in der Rolle, politische Verantwortung zu
übernehmen?

Ich habe die tolle Möglichkeit durch meine Musik zu kommunizieren. Das beste
Beispiel ist “Looking For Freedom”. Dieses Lied ging in die Köpfe der Menschen.
Niemand in Westberlin wusste, wie der Text weitergeht, aber “Looking for
Freedom” konnte sich jeder merken. Auch 30 Jahre später hat der Song immer noch
die selbe Botschaft. Gerade Musik und Sport haben eine große Kraft, Menschen
zusammenzubringen.

Glauben Sie, wir bräuchten wieder mehr von diesem damaligen Spirit?

Wäre es nicht toll, wenn jeder von uns einen Tag lang sein Handy ausschalten
würde? Wir wären dazu gezwungen wirklich miteinander zu reden. Die Welt hat
aufgrund der fehlenden unmittelbaren Kommunikation an Menschlichkeit verloren.
Leider muss wahrscheinlich erst etwas wirklich Schlimmes passieren, damit die
Welt wieder zusammenfindet. Hoffentlich schaffen wir das auch anders, denn wir
brauchen Zusammenhalt.

Zitate frei bei Nennung der Quelle und des Sendetermins.

Pressekontakt:
ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH
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Simon Walter
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