„Ganz legal und legitim den jüdischen Staat abschaffen“: Avi Primor fürchtet um die Existenz Israels / „lesenswert sachbuch“ am 16.4.2015, 23.15 Uhr im SWR Fernsehen

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„Irgendwann werden wir die besetzten Gebiete
annektieren müssen. Man kann ja nicht immer Besatzer sein. Man muss
entweder die Gebiete räumen oder sie annektieren. Eine andere
Möglichkeit gibt es nicht“, sagt Avi Primor, ehemaliger israelischer
Botschafter in Deutschland in der Literatursendung „lesenswert
sachbuch“ am Donnerstag, 16. April, ab 23.15 Uhr im SWR Fernsehen.

„Und“, so Primor weiter, „was macht man dann mit der Bevölkerung?
Man muss sie dann auch annektieren […]. Dann muss man denen die
israelische Staatsangehörigkeit gewähren […]. Mit der Annektierung
des Westjordanlandes wird die palästinensische Bevölkerung 45 Prozent
sein und angesichts der rasanten demographischen Entwicklung der
Palästinenser werden sie in kurzer Zeit die Mehrheit im Lande sein.
Dann können sie im Parlament in Jerusalem ganz legal und legitim den
jüdischen Staat abschaffen.“

2015 jährt sich die Aufnahme der deutsch-israelischen Beziehungen
zum 50. Mal. Deren Pflege ist Avi Primor besonderes Anliegen, und
auch heute noch ist der frühere Diplomat in dieser wichtigen Mission
unterwegs: „Deutschland ist heute unser größter Partner nach den
Vereinigten Staaten“, hält er fest. Und weiter: „Wenn wir das weiter
erhalten wollen und sogar weiterentwickeln, müssen wir die
zwischenmenschlichen Beziehungen aufrechterhalten, sonst verschwindet
die Grundlage dieser Freundschaft.“

Im Gespräch mit Moderator Walter Janson stellt Avi Primor, im
April 80 Jahre alt geworden, seine gerade erschienene Autobiographie
„Nichts ist jemals vollendet“ vor. „lesenswert sachbuch“ wurde am 25.
März in Mainz aufgezeichnet.

Avi Primor, 1935 als Sohn eines niederländischen Emigranten und
einer deutschen Mutter in Tel Aviv geboren, trat nach dem Studium in
den diplomatischen Dienst ein. Nach Stationen in Dahomey, der
Elfenbeinküste, in Paris und Brüssel war er von 1993 bis 1999
Botschafter in Deutschland, dem Land, mit dessen Menschen er sich
lange geweigert hatte, Kontakt aufzunehmen. Viele seiner
Familienmitglieder waren im Holocaust ermordet worden. Nach seiner
Pensionierung gründete Avi Primor ein trilaterales Zentrum für
Europäische Studien und übernahm dessen Leitung. Angesiedelt an der
Universität Tel Aviv arbeitet es mit einer palästinensischen und
einer jordanischen Universität zusammen. In „Nichts ist jemals
vollendet“ zeichnet Avi Primor die Stationen seines Lebens nach und
lässt die Leserinnen und Leser hinter die Kulissen des Auswärtigen
Amtes blicken.

„Lesenswert sachbuch“ am Donnerstag, 16. April, 23.15 Uhr im SWR
Fernsehen. Wiederholungen am 19. April, 8.45 Uhr in der
Sonntagsmatinee im SWR Fernsehen und am Sonntag, 26. April, 10.15 Uhr
in 3sat.

Pressefotos auf ARD-Foto.de.

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