GedenkveranstaltungÄrzteschaft erinnert an Approbationsentzug jüdischer Ärzte in Deutschland vor 80 Jahren

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Berlin, 09.11.2018 – Vor 80 Jahren, am 30.
September 1938, wurde jüdischen Ärzten im Deutschen Reich die
Approbation entzogen. Der Entrechtung folgte die Vertreibung und oft
auch die Ermordung in Vernichtungslagern. Die Kassenärztliche
Bundesvereinigung und die Bundesärztekammer haben gestern an die
verfolgten jüdischen Ärzte und an alle Opfer des NS-Regimes erinnert
und dazu eine Gedenktafel auf dem Herbert-Lewin-Platz in
Berlin-Charlottenburg errichtet. Die Gedenktafel wurde unter anderem
im Beisein des stellvertretenden Parlamentspräsidenten Israels, dem
Vize-Speaker der Knesset, Yehiel Bar sowie des Präsidenten des
Weltärztebundes, Prof. Leonid Eidelman, der Vizepräsidentin des
Deutschen Bundestages, Petra Pau, und des Bundesministers für
Gesundheit, Jens Spahn, feierlich eingeweiht.

Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der
Bundesärztekammer: „Der Gedanke an diese dunkelste Zeit der deutschen
Ärzteschaft schmerzt. Aber Gedanken und Gedenken halten die
Erinnerung an das Geschehene wach. Sie halten uns wachsam, Unrecht
und Unmenschlichkeit nicht einmal im Ansatz zuzulassen. Forschung
auf diesem Gebiet ist wichtig und wird von der Ärzteschaft gefördert.
Ein ebenso wichtiger Bestandteil der Auseinandersetzung mit unserer
Vergangenheit ist ein ehrlicher, regelmäßiger Austausch mit den
Nachfahren und den Kolleginnen und Kollegen aus Israel, den die
Bundesärztekammer seit Jahren mit dem Israelischen Ärzteverband
pflegt.“

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung: „Was vor 80 Jahren geschah, ist uns Mahnung und
Auftrag zugleich. Wir werden Intoleranz und Ausgrenzung nicht dulden,
wir werden Hass und Gewalt entschieden entgegentreten. Und wir werden
die Aufarbeitung dieses Unrechts weiter vorantreiben, unter anderem
indem wir die Akten der damaligen Kassenärztlichen Vereinigung
Deutschlands systematisch erfassen und katalogisieren. Wir werden sie
der Forschung zugänglich machen, um die Verstrickung in die
Verbrechen des Nationalsozialismus aufzuarbeiten. Das ist unsere
Verantwortung als Ärzte sowie als Bürger dieses Landes.“

Die Gedenktafel hat diese Inschrift: „Die Vergangenheit ist uns
Verpflichtung für die Zukunft. Gegen Antisemitismus und Ausgrenzung.
In Erinnerung an unsere jüdischen Kolleginnen und Kollegen und alle
Opfer des menschenverachtenden NS-Regimes.“

Pressekontakt:
Samir Rabbata (BÄK), Tel.: 030 / 400456-700
Dr. Roland Stahl (KBV), Tel.: 030 / 4005-2201

Pressestelle der deutschen Ärzteschaft:
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