Gerichte stützen BER-Pläne / Kommentar von Joachim Fahrun

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Der BER war immer ein umstrittenes Vorhaben. Falscher Standort,
zu viel Lärm und jetzt eine ursprünglich nicht vorgesehene Erweiterung. Klagen
gab es einige gegen den neuen Flughafen. Aber während sie am BER bis zur
angekündigten Eröffnung im Herbst noch mit technischen Problemen ringen, wurden
vor Gericht bislang alle juristischen Klippen erfolgreich umschifft.

So war es auch jetzt wieder bei der Klage von vier Umlandgemeinden. Denen ist
der Ausbau des Flughafens ein Gräuel. Sie wollen ihren Bürgern den Lärm von
weiteren Jets ersparen. Das klingt nachvollziehbar aus Sicht mancher Menschen in
Blankenfelde, Eichwalde, Großbeeren und Schulzendorf. Dass sie damit jedoch
implizit verlangen, dass die Flieger weiter knapp über die Dächer einer sehr
viel größeren Zahl von Weddingern, Pankowern, Reinickendorfern und Spandauern
dröhnen sollen, muss man mal festhalten. Denn wenn der BER nicht wachsen dürfte,
müsste Tegel offen bleiben. Ein Weiterbetrieb würde dort hohe Investitionen und
einen teuren Doppelbetrieb erfordern. Das wichtigste Stadtentwicklungs- und
Gewerbeprojekt der Stadt auf dem TXL-Gelände würde verhindert. Aus Berliner
Sicht kann das niemand wollen, auch wenn die Oppositionsparteien das Gegenteil
behaupten.

Das fast fertige Zusatz-Terminal T2 ist jetzt genehmigt. Wenn das
Oberverwaltungsgericht auch die Vorleistungen für den Weiterbetrieb des alten
DDR-Terminals SXF genehmigt, dann steht der Wachstumsprozess des
Hauptstadtflughafens endlich auf gesicherter juristischer Grundlage. Für die
Berliner und Brandenburger bedeutet das auch, sich mit Entscheidungen zu
arrangieren, die vor vielen Jahren getroffen und zu deren Umsetzung Hunderte
Millionen Euro verbaut wurden. Für ein ruhiges Leben im Grünen ist der
südöstliche Saum der Stadt womöglich nicht mehr so gut geeignet. Das
Flughafen-Umfeld aber wird eine Boom-Region werden. Wenn denn der BER endlich
eröffnet.

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