Grafische Darstellung von Information

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Immer komplexer werdende Informationen einerseits und eine Überfrachtung mit Informationen anderseits schaffen neue Formen der Aufbereitung. Sie gehen von klassischen Landkarten aus, die einen großen Vorteil einem geschrieben Text gegenüber haben: die gleichzeitige und vereinfachte Darstellung zahlreicher Informationen auf einer grafischen Ebene mit Erläuterungen. Ob für die Darstellung in Büchern wie „Deutschland verstehen“ oder als Arbeitsmethode – Infografiken nehmen nach Einschätzung von Lars Bosse, jahrelanger Manager von IHK ´s, einen immer größeren Platz ein.

Bei einem Archiv des Ost-Instituts in Lüneburg Ende der 1980er Jahre, hat Lars Bosse, der später bei der IHK zu Kiel seinen Berufseinstieg fand, erstmals einen umfangreichen Zettelkasten aus dem Nachlass eines Wissenschaftlers gesehen. Die Art sein Wissen gesammelt und strukturiert aufzuschreiben, also ein „Zweitgedächtnis“ oder schriftliches „Wissens-back-up“ anzulegen, hat ihn dann nicht mehr losgelassen.
Ein paar Jahre später, im Jahre 1992 schrieb der Soziologe Niklas Luhmann seine Erfahrungen unter der Überschrift „Kommunikation mit Zettelkästen“ nieder. Darin beschreibt er, wie er sein Wissen verwaltet, um Ideen, Notizen und Zitate so zu archivieren, dass sie sich bei Bedarf leicht auffinden lassen.

Der Zugang gelang über einen alphabetisch geordneten Schlagwortindex, dass mit einem ausgefeilten Nummernsystem kombiniert war. Diese wurden auf den Zetteln selbst notiert und waren endlos erweiterbar. Die Querverweise ermöglichten Kombinationen von einzelnen Notizen. Wollte er dieses Archiv zu einer bestimmten Fragestellung nutzen, gab es einen Einstieg mit einem Blatt über dessen Verknüpfungen man sich durch die Sammlung arbeiten kann. Dabei entstanden dann neue Zusammenhänge, sie unterstützten die Kreativität des Archivars – genau wie bei einem Gehirn.

Heute wird dieses Sammeln mit „Persönlichem Wissensmanagement“ beschrieben. Es bezeichnet all jene Techniken, sich selbst und seine vielfältigen Kenntnisse geschickt zu organisieren. Daneben spielen sog. „Denkwerkzeuge“ eine wichtige Rolle, da das menschliche Gehirn nicht dazu in der Lage ist, die in der modernen Gesellschaft ständig verfügbaren Information zu verarbeiten. Nicht die Speicherung, sondern der zeitpunktgenaue und willentliche Abruf der Informationen aus dem Langzeitgedächtnis ist das Problem des Gehirns. Daher brauchen wir Werkzeuge, die unser Gehirn entlasten. Ob nun der alte Zettelkasten, als webgestütztes individuelles Wiki oder sogenannte Mapping-Verfahren.

Die wohl bekannteste, weil schnell und vielfach einsatzbare Form ist das Mindmapping. Lars Bosse, damals noch bei der IHK zu Kiel, hat diese Methode nach einem Assessment Center des D IHK kennen und schätzen gelernt. Diese Landkarte der Gedanken eignet sich zum Lernen , systematisieren von Texten oder als Vorlage für eine Rede: das Mindmapping lässt sich leicht mit einem Stückchen Papier und einem Stift realisieren. Als assoziative Arbeitsmethode (z.B. „brainstorming“) kann sie auch helfen, nicht nur eigene Gedanken sondern auch Gruppendiskussionen zu einem Kernthema zu strukturieren, zueinander in Beziehung zu setzen und gleichzeitig Arbeitsprozesse sowie die Ergebnisse der Diskussion abzubilden. Die Besonderheit liegt in der hierarchischen Ordnung, die das Erinnern an die Inhalte oder Botschaften z.B. bei freien Reden sehr erleichtern. Lars Bosse hat in seiner Zeit bei den IHK ´s immer wieder gern darauf zurückgegriffen.

Komplexer sind sogenannte Concept-Maps, die zeigen, in welcher Beziehung die einzelnen Elemente zueinander stehen, also nicht streng hierarchisch gegliedert. Mit der Concept-Map lassen sich z.B. persönliche Beziehungsgeflechte in Romanen oder bei Bandenkriminalität darstellen. Lars Bosse hat sie bei der deutsch-polnischen IHK (AHK Polen) genutzt, um Umfeld- und Teilhaberanalysen grafisch darzustellen, da sie wie bei einer echten Landkarte auch Wüsten/Lücken oder Gebirge/Hindernisse zeigen. Sie machen unzureichendes Wissen oder Beziehungen klar und zwingen, sich mit der Lücke auseinander zu setzen.

Ebenso aufwendig ist das Infomapping: Dieses aus der technischen Betriebsanleitung entwickelte Instrument dient ebenfalls dazu, auf schriftlichem Wege komplizierte Inhalte zu vermitteln. Bei der deutsch-polnischen IHK hat Lars Bosse diese Methode eingeführt, um beispielsweise potentiellen Kunden gegenüber neue Leistungen zu beschreiben (Beschreibung von Lars Bosse zum M@rktplatz der DP IHK und die Beschreibung von Lars Bosse zum Schiedsgericht der DP IHK). Die Gestaltung hingegen ist komplizierter: weniger die Übernahme der sehr strengen formalen Anforderungen, als die intellektuelle Arbeit, die Texte kurz und knapp zu formulieren. Das Infomapping nutzt die Unterschiede der beiden Gehirnhälften und die Speicherkapazität des Kurzzeitgedächtnisses.

Bei der Vorbereitung der Frühjahrskonjunkturberichterstattung der IHK zu Rostock hat Lars Bosse dies mit der zweiten und dritten Führungsebene erlebt und erfolgreich gemeistert (Lars Bosse PDF).

Aber auch in anderen Bereichen ist die Verdichtung von Informationen teilweise viel schwieriger, als das Formulieren eines langen Textes. Ein Beispiel ist die Business Model Generation , welche Lars Bosse für die deutsch-polnische IHK (AHK Polen) erstellt hat. Einen Geschäftsplan oder -modell zu verdichten erfordert ein anderes Durchdringen der Thematik, als Mustergeschäftsplane aus dem Internet zu nutzen. Gerade bei dem besonderen Geschäftsmodell einer privatwirtschaftlich arbeitenden IHK, musste Lars Bosse auch die Rolle und den Erwartungen der Teilhaber der deutsch-polnischen IHK gerecht werden.

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