Heilbronner Stimme: Konfliktforscher sehen Zeichen der Deeskalation in Katalonien-Konflikt

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Das Heidelberger Institut für Internationale
Konfliktforschung (HIIK) sieht nach dem Aussetzen der Unabhängigkeit
in Katalonien Zeichen für eine Deeskalation. „Zum jetzigen Stand der
Dinge ist eine weitere Eskalation der Gewalt, und somit auch ein
Bürgerkrieg, ausgeschlossen“, erklärten die Regionalexperten des HIIK
Tobias Fromme und Pirmin Meier, der „Heilbronner Stimme
(Donnerstag). „In seiner Rede zur Unabhängigkeit wurde deutlich, dass
Puigdemont auf deutliche Art und Weise die Zerstrittenheit innerhalb
der katalanischen Bevölkerung über die Abspaltung zur Kenntnis
genommen hat. Die öffentlich geäußerte Bereitschaft mit dem
Ministerpräsidenten Rajoy wieder in Dialog zu treten, trägt zur
Deeskalation bei – auch, wenn vor allem das Lager um die linke CUP
keineswegs begeistert war“, erklärten die HIIK-Mitarbeiter. „Genauso
für Rajoy wird es immer schwieriger, eine Verhandlung mit dem
Regionalpräsidenten auszuschlagen, da sich internationale Kritik
mehrt und ein politischer Stillstand schmerzhaft für ihn werden
könnte.“

Für Spanien, Katalonien und dessen Bevölkerung sei im Sinne der
Deeskalation zu hoffen, dass nun vor allem die gemäßigten Stimmen
Gehör finden und Rajoy und Puigdemont zurück an den Verhandlungstisch
bringen. Im Konfliktbarometer des Heidelberger Institut für
Internationale Konfliktforschung wurde die Auseinandersetzung im
vergangenen Jahr mit einer 2 auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet,
was einer nicht-gewaltsamen Krise entspricht. „Mit den über 800
Verletzten der letzten Woche, sowie der Abhaltung des von der
Regierung als illegal erklärten Referendums wird dies für 2017
sicherlich höher ausfallen“, erklärten die Katalonien-Experten.

Festzuhalten sei jedoch, dass ein Konfliktpunkt erreicht sei,
indem langfristig eine folgenreiche Eskalation nicht ausgeschlossen
ist. „Dies ist vor allem daran erkennbar, mit welcher Härte und
Entschlossenheit die spanische Regierung und nationalen
Sicherheitskräfte gegen katalanische Politiker, Aktivisten und auch
Zivilisten vorgehen“, so das HIIK.

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