Inklusion durch Information: Zielgruppengerechte Aufklärung von Raucher:innen auch zu Schadensminderung notwendig

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Rauchen wird in Deutschland zunehmend zu einer sozialen Frage. So rauchen Menschen mit niedrigerem Sozialstatus häufiger. Auch beim Alter ist ein Gefälle zu beobachten, denn Rauchen ist bei Menschen mittleren und höheren Alters weiter verbreitet als bei Jüngeren. Beiden Gruppen gemeinsam sind niedrige Erfolgsquoten beim Rauchstopp und eine geringer ausgeprägte Gesundheitskompetenz. Maßnahmen gegen die gesundheitlichen Folgen des Rauchens sollten daher die zielgruppengerechte, inklusive Vermittlung gesundheitsbezogener Informationen zu Methoden des Rauchstopps und zur möglichen Schadensminderung beim Rauchen beinhalten. Neben Aufklärung kann auch differenzierte Regulierung zu informierteren Entscheidungen von Verbraucher:innen beitragen. Der aktuelle Entwurf zum Tabaksteuermodernisierungsgesetz hingegen würde zu einer Lenkungswirkung in die genau falsche Richtung führen. Die regulatorische Gleichbehandlung von Produkttypen mit unterschiedlich hohem Schadenspotenzial kann negative Konsequenzen haben, indem sie Fehlwahrnehmungen bei Konsumenten und niedrige Gesundheitskompetenz festigt.

Sozioökonomische Unterschiede korrelieren stark mit dem Raucherstatus in Deutschland. Gleichzeitig ist die Lebenserwartung stark abhängig vom Raucherstatus. Das führt zu verstärkten gesundheitsbezogenen Ungleichheiten in der Gesellschaft. Zudem sind Raucher:innen in mittleren und höheren Altersgruppen relativ häufiger vertreten. Ein Rauchstopp lohnt sich zweifelsfrei in jedem Alter. Allerdings werden Raucher:innen mit niedrigerem Sozialstatus und höherem Alter durch bisherige Rauchstoppstrategien nur unzureichend erreicht.

„In unserer täglichen Praxis beobachten wir Mediziner häufig, dass wir an rauchende Patient:innen durch bloße Appelle zum Rauchstopp nicht mehr herankommen“, sagt Dr. Christoph Nielen, Facharzt für Innere Medizin, Angiologie und Phlebologie. „Sie erwarten einen für sie praktikablen Weg, der über den gehobenen, moralisierenden Zeigefinger hinaus geht, denn dieser vergrößert zwar Gefühle von Schuld und Versagen, nicht aber die Wahrscheinlichkeit rauchfrei zu werden. Besonders häufig ist dies bei Raucher:innen im Alter von über 50 Jahren der Fall, die durch langjährigen Zigarettenkonsum schon die gesundheitlichen Folgen spüren. Daher wünschen wir uns als Ärzt:innen, die die Schädlichkeit des Rauchens täglich vor Augen sehen, mehr Pragmatismus beim Thema Schadensminderung beim Rauchen. Bei denjenigen Patient:innen, die nicht mit dem Rauchen aufhören können, bieten verbrennungsfreie und dadurch schadstoffreduzierte Alternativen wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer einen zusätzlichen Hebel, um das Gespräch neu aufzunehmen und sie im besten Falle komplett von der Zigarette wegzubringen. Dabei beobachten wir, dass diese Alternativen bei besonders hartnäckigen Raucher:innen auf mehr Akzeptanz stoßen als der reine Appell zum Rauchstopp“, so Dr. Nielen.

Sinkende Rate an Rauchstoppversuchen

Während Jugendliche erfreulicherweise immer weniger rauchen, bleibt die Prävalenz des Rauchens in mittleren und höheren Altersgruppen nahezu konstant. Zudem geht die Rate von Rauchstoppversuchen zunehmend zurück. So sank laut der DEBRA-Studie der Universität Düsseldorf der Anteil der Raucher:innen, die einen Rauchstoppversuch ernsthaft angehen, jüngst auf nur noch 11 Prozent[1]. Appelle zum Rauchstopp erreichen also fast 90 Prozent der Raucher:innen nicht mehr. Daher scheinen komplementäre Maßnahmen zur traditionellen Tabakkontrolle notwendig, um die vielen Raucher:innen anzusprechen, die heute nicht mehr erreicht werden.

Fehleinschätzung zur Schädlichkeit des Rauchens

Das Rauchverhalten der Menschen in Deutschland korreliert in hohem Maße mit dem Bildungsniveau. Gruppen mit niedrigerem Sozialstatus, aber auch Menschen mittleren und höheren Alters, zeigen häufiger eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Auch beim Rauchen zeigt sich: Informationen zu Gesundheitsfragen erreichen Bürger:innen nicht ausreichend. 45 Prozent der Raucher:innen in Deutschland glauben, Nikotin sei krebserregend und damit ursächlich für die Schädlichkeit des Rauchens[2]. Dabei herrscht wissenschaflticher Konsens darüber, dass die Schadstoffe aus der Tabakverbrennung hauptverantwortlich für die Schädlichkeit des Rauchens und folglich verbrennungsfreie E-Zigaretten und Tabakerhitzer durchschnittlich 95 Prozent schadstoffreduziert sind[3],[4]. Die Fehlwahrnehmung unter Raucher:innen zur relativen Schädlichkeit des Nikotins hat Konsequenzen: 61 Prozent von ihnen sind der Meinung, E-Zigaretten seien mindestens genauso schädlich wie herkömmliche Zigaretten[5]. Die Konsequenz ist meist das Weiterrauchen.

Internationale Ansätze zur Informationsvermittlung

Behörden und medizinische Fachgesellschaften in Deutschland informieren aktuell nicht adäquat über potenziell weniger gesundheitsschädliche Alternativen für Raucher:innen. Gesundheitsbehörden, zum Beispiel in Großbritannien, verfolgen hingegen eine inklusivere Strategie der Aufklärung. Public Health England thematisiert erfolgreich nicht nur den Rauchstopp, sondern auch schadstoffreduzierte Alternativen zur Zigarette. Eine öffentlich geförderte, inklusive Aufklärung nach internationalem Vorbild könnte die Quote von Raucher:innen auch hierzulande schneller senken als Einzelmaßnahmen. Besonders an Langzeit-Raucher:innen gerichtet, sollte der Staat daher die Bereitstellung von leicht verständlichen Informationen zu Chancen und Risiken von verbrennungsfreien Alternativen zum Weiterrauchen fördern.

Tabaksteuer als Regulierungsmaßnahme

Auch Regulierung hat gegenüber Verbraucher:innen Signal- und Lenkungswirkung, wie das geplante Tabaksteuermodernisierungsgesetz des Bundesministeriums der Finanzen. Dort sollen schadstoffreduzierte Alternativen wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer den hochschädlichen Verbrennungszigaretten steuerlich gleichgestellt werden. Diese regulatorische Gleichbehandlung von Produkttypen mit unterschiedlich hohem Schadenspotenzial droht bei Raucher:innen die Fehlwahrnehmung zu diesen Produkten und eine niedrige Gesundheitskompetenz zu festigen. Die Konsequenz wäre aller Wahrscheinlichkeit nach das Weiterrauchen, nicht aber der Rauchstopp oder der Umstieg auf verbrennungsfreie Konsumalternativen mit geringerem Schadenspotenzial.

Über Philip Morris International Inc. (PMI)

PMI ist ein international führendes Tabakunternehmen, das außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika tätig ist.

Über die Philip Morris GmbH

Die 1970 in Deutschland gegründete Philip Morris GmbH ist ein Unternehmen von Philip Morris International Inc. (PMI). Mit einem Marktanteil von 39 Prozent im Jahr 2020 ist das Unternehmen bereits seit 1987 Marktführer auf dem deutschen Zigarettenmarkt.

[1] Kotz D (2021). Rauchen und Rauchstopp in Deutschland – Aktuelles aus der DEBRA-Studie (Online-Präsentation auf dem 138. Deutschen Chirurgen Kongress DCK 2021 Digital am 13. April 2021)

[2] Fong, Geoffrey T. (2019). Knowledge and beliefs about nicotine: Cross-country comparisons from the ITC project. (Oral presentation at Society for Research on Nicotine and Tobacco Europe SRNT-E 19th Annual Conference. Oslo, Norway, September 13, 2019

[3] Mallock et al. (2018). Levels of selected analytes in the emissions of „heat not burn“ tobacco products that are relevant to assess human health risks. Arch Toxicol 92, 2145-2149. DOI: 10.1007/s00204-018-2215-y.

[4] McNeill et al. (2021). Vaping in England: An evidence update including vaping for smoking cessation, February 2021: A report commissioned by Public Health England. London: Public Health England.

[5] Bundesinstitut für Risikobewertung (2020). BfR-Verbrauchermonitor 2019 | Spezial E-Zigaretten, https://www.bfr.bund.de/cm/350/bfr-verbrauchermonitor-2019-spezial-e-zigaretten.pdf

Pressekontakt:

Philip Morris GmbH
Pressestelle
Tel.: +49 89 7247 2275
E-Mail: Presse.PMG@pmi.com

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