Interview mit Hans-Diedrich Kreft zum Manifest „Faire Marktwirtschaft“

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H.-D. Kreft, Vorsitzender der Fokus Partei
 

Essen, 04. März 2017****** Es gibt ein neues, politisches Manifest, das es in sich hat. Es ist in diesen Tagen als Buch beim Lau-Verlag, Reinbek ( www.lau-verlag.de, Leseprobe: https://goo.gl/rgm4eo ) erschienen. Der Autor, Hans-Diedrich Kreft, ist erfolgreicher Unternehmer, Träger des Bundesverdienstkreuzes, der Rudolf-Diesel Medaille in Gold und des Innovationspreises der deutschen Wirtschaft. Hier stellt sich Kreft den Fragen des Journalisten Dr. Alfried Große.

Große: Herr Kreft, Sie haben im Titel ihres Buches das Wort „Manifest“ stehen, soll damit ein Bezug oder ein Gegensatz zum „Kommunistischen Manifest“ von Karl Marx hergestellt werden?

Kreft: Dies Manifest geht weit über Marx hinaus, weil es Probleme löst, die Marx in seinem Manifest nicht einmal erwähnt hat. Das hat der Welt viele Nachteile gebracht, weil auch andere Denker die ökonomischen Webfehler übernommen haben.

Große: Können sie das in einem Beispiel erläutern?

Kreft: Marx hat in seinem Manifest Arbeit als einzige Einkommensquelle für das von ihm so genannte Proletariat angesehen. Damit hat er Arbeit auf ein viel zu hohes Podest gehoben, weil er Wissen nicht als Quelle der Wertschöpfung nennt. Der marxsche Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit ist ein konstruierter. In meinem Buch „Manifest Faire Marktwirtschaft“ werden hingegen erstmals Bildung und Arbeit gemeinsam als Einkommensquellen eingeführt. Und somit sehen wir …

Große: Stopp, stopp, sie stürzen soeben eine Säule der linken, intellektuellen Welt vom Sockel, indem sie sagen, dass der Klassengegensatz zwischen Arbeit und Kapital, immerhin ein Kernbegriff linker Gesellschaftstheorien, falsch ist?

Kreft: Ja, ich sage es nochmal, der marxsche Gegensatz zwischen Kapitel und Arbeit ist ein konstruierter, das lege ich auf einigen Seiten, besonders im 3. Kapitel „Was ist Arbeit, was ist Bildung?“ detailliert in meinem Buch dar.

Große: Geht es auch kurz und knapp?

Kreft: Ich probiere es. Kapital ist, was zukünftig ökonomisch nutzbar ist. Es ist nicht die wiederholbare, stupide Arbeit, die wir beim Holzstapeln, Brotbacken, bei der Hühnerhofpflege brauchen. All das Wiederholbare wird zunehmend von Automaten erledigt. Unser Wissen hingegen, welches neue Aufgaben, Produkte, Maschinen, Arzneimittel, Urlaubsangebote so in die Welt setzt, dass sie zukünftig nutzbar sind, hat seinen ureigenen Wert, ist nicht von Automaten zu produzieren.

Große: Aber Herr Kreft, Marx hat doch recht, wenn er sagt, ein Hühnerhof mit 200 Hühnern produziert doppelt so viel Eier wie 100 Hühner, also hat der doppelt so große Hühnerhof auch einen doppelten Kapitalwert, weil Eier auch in der Zukunft nutzbar sein werden?

Kreft: Diese Kapitalbewertung ist der fundamentale Marxsche Webfehler, der bis heute nachwirkt.

Große: Wie bitte? Was ist daran falsch?

Kreft: Okay, Marx sieht nicht, dass jedes wiederholt hergestellte Ei ein und dasselbe Wissen zu seiner Herstellung nutzt. Bekanntes Wissen wird also wieder und wieder auf dem Hühnerhof reproduziert und gleichzeitig wird Arbeit durch Automaten ersetzt. Das können sie in jeder Massentierhaltung und an jeder Massenproduktion von Autos bis zu Hemden sehen. Durch diesen Reproduktionsprozess kommt also nichts Neues in die Welt. Irgendwann gibt es genug Eier, was macht der Kapitalist dann? Er sucht das Wissen, wie er morgen wieder mit einem Vorteil im Geschäft ist, er benötigt also neues, zukunftsträchtiges Wissen, weil das alte nur abwirft, was der Wettbewerb zulässt. Die Antwort von Marx, den Arbeiter am Kapital durch Vergesellschaftung der Produktionsmittel zu beteiligen, ist also im wahrsten Sinne des Wortes auf lange Sicht Schrott wert.

Große: Nun gut, akzeptieren wir, dass Wissen neben Arbeit die Triebfeder des Kapitalismus und letztlich des Wirtschaftserfolges ist, was folgt für uns arbeitende Menschen daraus?

Kreft: Die Frage ist zu beantworten, wie der von Arbeit befreite Mensch ein Einkommen erhält und was er mit seiner Freizeit anfängt.

Große: Aber Marx und insbesondere die Sozialisten sind doch für mehr Urlaubszeit der arbeitenden Menschen eingetreten, sie haben also den Wert der Arbeitsfreizeit gesehen.

Kreft: Ja, und es wurde übersehen, dass Freizeit sowohl als Freizeit wie auch als Lernzeit nutzbar ist. Marx kommt nicht auf die Idee, das mit dem Fortschritt des Kapitalismus Lernzeit wie Arbeitszeit mit Einkommen zu belohnen ist. In meinem Buch weise ich sogar nach, dass eine breite, kulturelle Bildung unabdingbar ist, damit eine Gesellschaft aus einem großen, kulturellen Wissensfundus schöpfen und sich vom stupiden, gleichartigen „Eierlegen“ befreien kann.

Große: Wollen sie damit sagen, dass die gezielte Förderung einer auf ökonomische Zwecke ausgerichteten Aus- und Fortbildung, wie sie doch heute von aller Welt gefordert wird, falsch ist?

Kreft: Ja, sie ist grundlegend falsch, sofern damit das Bekannte – also in unserem Bespiel oben die Eierproduktion – wieder und wieder im Zentrum unseres Lernens steht. Gefordert ist das breite, selbstbestimmte Erlernen von neuen Lerninhalten.

Große: Herr Kreft, können Sie abschließend eine zusammenfassende Empfehlung für unsere Politiker geben?

Kreft: Ja, dann sage ich im besten Marxschen Sinne: Politiker aller Länder führt ein selbstbestimmtes Bildungseinkommen ein, mit dem das Einkommensmonopol der Arbeit gebrochen wird. Und ich füge an, den Rest schafft die Marktwirtschaft von allein.

Große: Herr Kreft, wir danken ihnen für das Gespräch.

Aktuelle Informationen rund um das Thema „Faire Marktwirtschaft“ wird von der Fokus Partei hier geboten: https://goo.gl/I8RDhU

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