Karliczek: Ideen aus der Mitte unserer Gesellschaft sind Wegweiser für Politik und Wissenschaft

Abgelegt unter: Soziales |





30 Projekte mit Ideenpreis für Soziale Innovationen ausgezeichnet

Im Rahmen des deutschlandweiten Wettbewerbs „Gesellschaft der Ideen“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 30 Ideenpreise für Soziale Innovationen verliehen. Die ausgezeichneten Projektideen reichen von einer Krebsberatungs-App für Betroffene in ländlichen Regionen über einen Kulturbuddy, der Kunst in die eigene Wohnung bringt, bis hin zum Dorf-Mobil zur Förderung der Medienkompetenz. Insgesamt wurden mehr als 1000 Ideen eingereicht. Unter den Gewinnerinnen und Gewinnern sind zahlreiche Einzelpersonen, aber auch Vereine, Stiftungen, Unternehmen und Hochschulteams. Die Gewinnerprojekte erhalten ein Preisgeld von je 12.500 Euro und entwickeln ihre Ideenbeschreibungen innerhalb der nächsten sechs Monate zu Konzepten weiter. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Das Markenzeichen Deutschlands ist eine –Mitmachgesellschaft– und es gibt viele gute Ideen, die das Potenzial haben, unsere Gesellschaft weiterzuentwickeln. Die außerordentlich hohe Beteiligung am Wettbewerb –Gesellschaft der Ideen– unterstreicht, wie kreativ unsere Gesellschaft ist. Dass so viele Bürgerinnen und Bürger daran teilgenommen haben und jetzt auch den Ideenpreis für Soziale Innovation erhalten, freut mich besonders. Die ausgezeichneten Projekte spiegeln die Kreativität und das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger wider.

Gerade in Krisenzeiten wie zum Beispiel der gegenwärtigen Pandemie sind neue Lösungen und gesellschaftliches Engagement gefragt. Denn diese Zeiten konfrontieren uns von jetzt auf gleich mit Änderungen und erfordern neue Ansätze, um den plötzlichen Herausforderungen zu begegnen.

Bei der Bewertung der einzelnen Ideen haben wir interessierte Bürgerinnen und Bürger einbezogen. Die ausgewählten Projekte zeigen, welche Lösungsansätze ihnen wichtig sind. Diese Impulse aus der Mitte der Gesellschaft sind sowohl für die Politik als auch für die Wissenschaft wichtige Wegweiser. Nur mit gebündelter Kraft können wir unser Zusammenleben nachhaltig verbessern.“

Die prämierten Ideen wurden von Bürgerinnen und Bürgern als Favoriten benannt. Drei Wochen lang konnten sie die Projektideen online auf gesellschaft-der-ideen.de bewerten. Insgesamt wurden mehr als 7700 Bewertungen abgegeben.

Hintergrund:

Mit dem am 6. Mai 2020 gestarteten Wettbewerb „Gesellschaft der Ideen“ möchte das BMBF die Entwicklung von Sozialen Innovationen fördern, die zur Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen können. Der Ideenwettbewerb stellt dabei die erste von drei Phasen des Wettbewerbs dar. Bürgerinnen und Bürger, Institutionen, Verbände, Vereine, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Unternehmen und andere konnten Ideen für solche Sozialen Innovationen einreichen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger hatten dann die Gelegenheit, die Ideen im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Bedeutung online zu bewerten und ihre Favoriten zu benennen. Die besten 30 Projektideen wurden nun prämiert und werden zu Konzepten ausgearbeitet. Anschließend können zehn Ideengeberinnen und Ideengeber ihre Ideen gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern erproben. Ziel des Wettbewerbs ist es, etwa fünf praxistaugliche Lösungen für konkrete gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Für die Umsetzung dieser Lösungen ist eine Anschlussfinanzierung durch das BMBF geplant.

Die gesamte Liste der ausgezeichneten Projektideen mit Kurzbeschreibungen finden Sie untenstehend.

Soziale Innovationen

Soziale Innovationen sind neue Praktiken oder Organisationsmodelle, die gesellschaftliche Herausforderungen nachhaltig lösen.

Soziale Innovationen verändern das gesellschaftliche Miteinander. Das „Soziale“ der Sozialen Innovationen bezieht sich wie bei den Begriffen „Social Media“ und „Soziale Netzwerke“ auf zwischenmenschliche Interaktionen. Folglich kommen Soziale Innovationen in allen Bereichen des Lebens vor. Sie sind insbesondere nicht auf den Sozialbereich beschränkt.

Soziale Innovationen können sich in neuen Produkten oder Dienstleistungen sowie in neuen Arbeits- und Produktionsprozessen oder Kooperationsformen zeigen. Sie können gewinnorientiert sein, müssen dies aber nicht; sie können technologieinduziert sein, können aber auch unabhängig von Technologien entstehen.

Liste der 30 ausgezeichneten Ideen für Soziale Innovationen (in alphabetischer Reihenfolge):

– Acren – Transparentes Crowdfunding für den Klima- und Umweltschutz: Finanzierungsplattform, die regionale Landwirtschaft und Unterstützende direkt und sicher miteinander verbindet (MLCrypt GmbH, Bochum) – Babsi – Zu Hause essen bei Fremden: Workshops und Kochkurse, vorwiegend im ländlichen Raum, bringen Menschen zusammen und laden dazu ein, z. B. beim Reisen traditionelle, vegetarische und vegane Gerichte auszuprobieren. (Klimapatenschaft Tourismus GmbH, Berlin) – Credible Messenger – Mentoring für ein straffreies Leben: Mentoring-Programm zwischen ehemaligen Strafgefangenen und straffällig gewordenen Jugendlichen, für ein straffreies Leben und eine bessere Integration in die Gesellschaft anhand von Vorbildern. (Tatort Zukunft e. V., Berlin) – Das digitale Dorf-Mobil: Digitale Dorf-Mobile fördern die Medienkompetenz in ländlichen Regionen, indem sie Jung und Alt zusammenbringen. (Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) in Niedersachsen e. V., Hannover) – Das mobile Datenlabor: niedrigschwellige mobile Aufklärungs- und Bildungsangebote, um einen selbstbestimmten und kompetenten Umgang mit digitalen Daten zu fördern (Museum für Werte, Berlin) – Energiewende-o-Mat: Übersichtsplattform im Kontext der Energiewende zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements (Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) e. V., Berlin) – Game of Rain – Spielend die Welt verändern : Kartenspiel und Online-Plattform, die Kinder für den Wasserverbrauch sensibilisieren (Hochschule für angewandte Wissenschaften, Coburg) – GeneRobot (Generationstransfer-Robotik): Studierende entwickeln gemeinsam mit älteren Menschen in betreuten Wohnformaten einen (Begleit-)Roboter. (Cologne Cobots Lab, TH Köln) – GI Connect – Generationsübergreifend und interkulturell: Eine Onlineplattform/App unterstützt Frauen mit Fluchtgeschichte auf dem Bildungsweg, z. B. durch Kinderbetreuung, und bietet Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung. (Alena Wortmann, Hildesheim) – GovShare – Verbesserter Wissenstransfer im kommunalen Klimaschutz: eine Plattform, die insbesondere kleine Gemeinden unterstützt, bewährte Lösungen im Bereich Klimaschutz und Ressourcenschonung zu finden (Philipp Schwarz, Pullach) – Gut Alaune: Ein Zentrum für kooperativ-nachhaltiges Bauen lädt zu Workshops, zum Austausch und zur Erprobung von Neuem ein und bringt dabei Menschen unterschiedlichen Alters, aus Stadt und Land, zusammen. (Gut Alaune e. V., Petersberg) – hey, Momo hört zu: ein Ort im öffentlichen Raum, an dem jedem Menschen zugehört wird, ein Zuhörkiosk gegen die Einsamkeit (hey GmbH, München) – Integriertes System für eine Landwirtschaft mit ökologischem Mehrwert: neues sozialökonomisches Modell für eine regionale, ökologische und faire Bio-Landwirtschaft, die die Erderwärmung bremst und zugleich das Gemeinwohl stärkt (Umweltbüro Nord e. V., Stralsund) – Kiezgeschichten: (digitale) Ortsbeschreibungen von Jugendlichen und Seniorinnen und Senioren für neue und alte Nachbarinnen und Nachbarn (Kiezanker 36, Familien- und Nachbarschaftszentrum Wrangelkiez, Pestalozzi-Fröbel-Haus Berlin) – Kulturbuddy – Wir bringen Kunst und Kultur in die Wohnung: Ein Kulturbuddy bringt kulturelle Bildung in die Wohnung von (älteren) Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. (Gisela Gehrmann, Potsdam) – Meine Krebsberatung – Krebsberatungs-App zur flexiblen Unterstützung von Patientinnen, Patienten und Angehörigen: eine App für Krebspatientinnen und -patienten im ländlichen Raum, für mehr gesellschaftliche Teilhabe und eine verbesserte Lebensqualität (Nathalie Röderer und Dr. Alexander Wünsch, Psychosoziale Krebsberatungsstelle, Tumorzentrum Freiburg – CCCF, Universitätsklinikum Freiburg) – MitnehmGeste: Durch die MitnehmGeste können Restaurantbesuchende schnell, einfach und wortlos sagen: „Ich möchte mein übrig gebliebenes Essen mitnehmen“ und so nachhaltig handeln. (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V., Düsseldorf) – Nicht 2, sondern 3 – Hermine und ihr Bruder Theo mit Down-Syndrom: ein Aufklärbuch für Geschwisterkinder über das Down-Syndrom (Ira Nemeth, Leipzig) – Noch nie gesehen. Heute mal anders – mit inklusiven Stadttouren: Menschen mit Behinderung bieten themenspezifische Stadtführungen in Hannover an. (DIAKOVERE gGmbH, Hannover) – Oldie & Goldie – Verbunden durch gemeinsames Reisen: gemeinsame Reiseerlebnisse zwischen Jung und Alt, für mehr Berührungspunkte zwischen den Generationen (Celina Gunkelmann, Frankfurt a. M.) – ReliefVR: Virtual Reality Anwendung zur Behandlung chronischer Schmerzen (Yevgeniya Nedilko, Frankfurt a. M.) – Popp! – Filterblasen spielerisch zum Platzen bringen: ein Spiel zur Selbstreflexion, bei dem Menschen sich ihrer Filterblase bewusst werden und diese gemeinsam „platzen lassen“ (Karlsruher Institut für Technologie, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruhe) – PrÄViG – Prävention von Essstörungen durch Yoga: integriertes Konzept für Kinder und Jugendliche zur Essstörungsprävention (Yoga für alle e. V., Hamburg) – Psychisch.fit – Digitale Selbsthilfe: Eine App vermittelt gegenseitige Unterstützung bei psychologischen Online-Kursen. (Timo Stolz, Berlin) – SexEd: eine Aufklärungs-App zur Prävention von sexueller Gewalt bei Jugendlichen (Marie Wocher, Berlin) – Vision Period – Menstruation und Wechseljahre: ein Programm für einen offenen Umgang mit Menstruation und Wechseljahren am Arbeitsplatz, zur Enttabuisierung und für mehr Offenheit (Fee Leonie Reinoso, Leipzig) – Vitamin G für junge Familien – Naturerleben auf dem Spielplatz: Anhand von analogen und digitalen Lernimpulsen entdecken Kinder und junge Familien die Natur auf ihrem Spielplatz neu. (Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband e. V., Frankfurt a. M.) – ViVera – Virtuelle Veranstaltungen in der Altenpflege: Junge Freiwillige bereichern den Lebensalltag von Seniorinnen und Senioren, digital und von zu Hause. (Devin Kwasniok, Universität Vechta) – YourReality: Mit Hilfe von Virtual Reality wird Jugendlichen erlebbar gemacht, wie sich Diskriminierung und Mobbing für Betroffene anfühlen. (Julia Wagner, Frankfurt a. M.) – zusammenHÖREN – Hören für alle Pflegebedürftigen: Hörbeeinträchtigte Menschen erhalten Zugang zu einer optimalen Versorgung (Wartung, Instandhaltung) im Bereich Hörhilfen. (Gesundheitswirtschaft Hannover e. V., Hannover)

Weitere Informationen unter:

https://www.gesellschaft-der-ideen.de/

Pressekontakt:

Pressestelle BMBF
Postanschrift
11055 Berlin
Tel.+49 30 1857-5050
Fax+49 30 1857-5551
mailto:presse@bmbf.bund.de

http://www.bmbf.de
http://www.twitter.com/bmbf_bund
http://www.facebook.com/bmbf.de
http://www.instagram.com/bmbf.bund

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/67245/4777395
OTS: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Original-Content von: Bundesministerium für Bildung und Forschung, übermittelt durch news aktuell

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de