Ministerin Steffens: Verstärkte Aktivitäten zur Verhinderung von –Komasaufen– im Karneval

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bruar 2011
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:
Angesichts weiterhin alarmierender Meldungen über das sogenannte „Komasaufen“ bei Kindern und Jugendlichen hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens heute (28. Februar 2011) in Düsseldorf landesweit verstärkte Aktionen und Aktivitäten zur Verhinderung von Alkoholmissbrauch im Karneval angekündigt. Die vorgesehenen Maßnahmen werden in der Regel gemeinsam mit Präventionsfachkräften, Jugendämtern, Gesundheitsämtern, Ordnungsämtern und der Polizei durchgeführt. „Im Karneval ist die Gefahr besonders groß, dass Kinder und Jugendliche Alkohol in erheblichen Mengen trinken. Gesundheitsschäden, Krankenhauseinweisungen, gewalttätige Auseinandersetzungen bis hin zu Straftaten sind dabei keine seltenen Folgen“, erklärte die Ministerin. „Deshalb müssen wir alles daran setzen, dies durch Aufklärung und Kontrollen zu verhindern“, betonte Steffens. Zugleich wies die Ministerin darauf hin, dass der Verkauf von Alkohol an Kinder und Jugendliche untersagt ist und „dringend auf die Einhaltung dieses Verbots geachtet werden muss“.
Die zahlreichen Aktivitäten zu Karneval wollen einerseits mit kreativen Elementen die Risiken des Alkoholmissbrauchs verdeutlichen, andererseits soll aber auch mit stärkeren Kontrollen auf die Einhaltung der Jugendschutzgesetze geachtet werden. Gleichzeitig werden im Rahmen spezieller Jugendveranstaltungen Alternativen zum Alkoholkonsum geboten.
Die Auswahl der Präventionsangebote, die unter der Federführung oder Beteiligung der örtlichen Prophylaxefachkräfte durchgeführt werden, ist vielfältig:
Besonders in den Hochburgen des Karnevals in Düsseldorf und Köln finden zahlreiche Maßnahmen zur Vorbeugung des Alkoholmissbrauchs während der tollen Tage statt. Ab „Altweiberfastnacht“ sind in der Altstadt und in der Innenstadt von Düsseldorf mobile Teams unterwegs, um im Rahmen einzelner Aktionen (Info-Ständen, Rauschparcours, Quiz) Jugendliche anzusprechen und über die Folgen überhöhten Alkoholkonsums zu informieren. In Köln beginnen die Präventionsmaßnahmen bereits im Vorfeld des Karnevals und werden u. a. unter dem Motto „Keine Kurzen für Kurze“ während der gesamten Karnevalstage fortgeführt. Dabei reicht das Angebot von alkoholfreien Karnevalsfeiern über Tipps für Eltern bis hin zur Betreuung jugendlicher „Alkoholleichen“. Darüber hinaus hat die vom Kölner Jugendamt und den örtlichen Prophylaxefachkräften durchgeführte alkoholfreie Party „Jeck Dance“ auf dem Neumarkt bereits eine langjährige Tradition.
Ebenso umfangreich sind die Maßnahmen in Münster, wo sich die städtische Präventionskampagne unter dem Leitsatz „Voll ist out“ sowohl an Jugendliche und deren Eltern als auch an Gaststätten, Handel und Gewerbe richtet und u. a. in besonderer Weise über den Jugendschutz informiert und Hinweise für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol vermittelt. Ähnliche Aktivitäten beinhaltet auch die breit angelegte Alkoholpräventionskampagne „Vollrausch…ohne mich!“ im Kreis Borken.
Unter dem Leitsatz „Tanzen ist schöner als Torkeln“ finden darüber hinaus viele unterschiedliche Veranstaltungen und Aktionen etwa im Kreis Soest und in den Städten Bergisch Gladbach und Rheine statt.
In Mülheim an der Ruhr stehen die suchtpräventiven Karnevalsaktionen wieder unter dem Motto „Feiern statt Reihern“ und beinhalten unter anderem Theateraufführungen, Straßenaktionen, Elterninformationen sowie Infoveranstaltungen der Polizei zum Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr.
Alkoholfreie Discos und/oder alternative Karnevalsveranstaltungen für Jugendliche werden unter anderem in Arnsberg, Geldern, Lindlar, Heinsberg, Köln und in der Region Aachen angeboten. Hinweise zum „cleveren Umgang mit Alkohol“ gibt die Mini-Messe in der Region Erkrath-Hochdahl-Haan, die in den dort ansässigen weiterführen Schulen durchgeführt wird.
Weitere Aktionen sowohl im Vorfeld des Karnevals als auch während der Karnevalstage wie Informationsveranstaltungen für Karnevalsvereine, Infos für Eltern, Projekttage, Plakataktionen, Wettbewerbe, Theateraufführungen sowie verstärkte Jugendschutzkontrollen laufen unter anderem in Ahlen, Dinslaken, Euskirchen, Hamm, Krefeld, Kreis Höxter, Monheim und Wesel.
Den Schwerpunkt auf den Jugendschutz legen auch die Präventionsfachkräfte in Duisburg, die sich in Kooperation mit dem Jugendamt und dem Ordnungsamt speziell um alkoholisierte Kinder und Jugendliche kümmern.
Erfreulich ist es, dass auch die örtlichen Karnevalsvereine die Aktionen unterstützen und sich an den präventiven Maßnahmen aktiv beteiligen. So finden sich entsprechende Hinweise zum verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol mittlerweile an den örtlichen Karnevalswagen (z.B. in Rheine) und Präventionsfachkräfte beteiligen sich aktiv an den Karnevalszügen (z.B. in Bornheim mit dem Slogan „Keine Kurzen für Kurze? und in Münster im Rahmen der „Voll ist out“ Kampagne) oder richten entsprechende Aktionsstände am Rand der Züge ein (z.B. in Düsseldorf, Hamm und Wesel).
Und wie jedes Jahr zu Karneval ist in Bonn der „Event Sprinter“ unterwegs, der als mobile Präventionseinheit die verschiedenen Karnevalszüge und Karnevalsfeiern in Bonn begleitet.
Alle Adressen der hier aufgeführten Präventionsstellen finden sich auf www.ginko-stiftung.de unter Kontakte ? regionale Fachkräfte.

Weitere Hinweise:
Ministerin Barbara Steffens ist auch Schirmherrin von „bunt statt blau“, dem Plakatwettbewerb der DAK gegen Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen. Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 12 und 17 Jahren sind aufgerufen, mit Kunst und Kreativität auf das sogenannte Komasaufen zu antworten. 2009 landeten fast 6.600 Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Weitere Informationen zum Plakatwettbewerb finden Sie unter www.dak-buntstattblau.de.
Eine Übersicht über die weiteren Aktivitäten des Gesundheitsministeriums zur Prävention des Alkoholmissbrauchs bei Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen finden Sie im Internet unter www.mgepa.nrw.de oder können Sie unter der Rufnummer 0211-8618-4246 bei der Pressestelle des Ministeriums anfordern.

Ministerium für Gesundheit,
Emanzipation, Pflege und Alter
des Landes Nordrhein-Westfalen
Horionplatz 1, 40213 Düsseldorf
Tel. 0211 8618-50
Fax 0211 86185-4444
Mail info@mgepa.nrw.de

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