Mitteldeutsche Zeitung: MZ-Kommentar zur ICE-Trasse:

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Heutige Güterzüge sind zu schwer für die Strecke,
sie kämen unter bestimmten Umständen starke Steigungen nicht hinauf.
In den 1990ern waren die Züge noch leichter, entsprechend war anders
geplant worden als heute geplant werden würde. Damit, unter anderem,
erklärt die Bahn den ausbleibenden Güterverkehr auf der Trasse.
Formal ist das korrekt, doch man sollte den Konzern damit nicht davon
kommen lassen. Niemand verlangt, jetzt Tunnel oder Streckenabschnitte
neu zu bauen. Doch die Nachbesserungen, die die Bahn nun ankündigt,
hätten längst erledigt sein können, und zwar vor Eröffnung der
Trasse: Die Technik wird so verändert, dass Züge nicht mehr vor
starken Steigungen anfahren müssen. Warum nicht früher? Die Antwort
lautet: Weil es nicht gewollt war. Weil die Bahn gewaltig unter Druck
stand. Weil der Eröffnungstermin Ende 2017 politisch vorgegeben war
und niemand sich Ärger einhandeln wollte wegen vermeintlicher
Kleinigkeiten. Weil Prestige vor Wirtschaftlichkeit ging. Solange die
Politik sich mit Vorzeigeprojekten des Staatskonzerns Bahn schmücken
will, wird sich daran nichts ändern.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
hartmut.augustin@mz-web.de

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