„Mode um jeden Preis? Menschenrechte in der Textilwirtschaft“/ EKD-Materialheft zum Tag der Menschenrechte 2018 erschienen

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Mit einem Materialheft nimmt die Evangelische
Kirche in Deutschland (EKD) die Produktionsbedingungen in der
Textilindustrie in den Blick. Ob in Bangladesch, Indien, Indonesien
oder Osteuropa: die Einschränkung oder Verletzung von
Menschenrechten, von Arbeits- und Sozialgesetzen ist an der
Tagesordnung.

„Vieles von dem, womit wir uns kleiden und was wir als „zweite
Haut“ gern tragen, ist eigentlich untragbar“, sagt
EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber. Dabei gehe es nicht nur um
das T-Shirt vom Billigdiscounter, sondern auch um Stücke aus teuren
Kollektionen. „Am Ladenpreis lässt sich nicht ablesen, wer
tatsächlich wieviel an einem Kleidungsstück verdient. Aber die
Bedingungen, unter denen Menschen in dieser schnelllebigen Branche
arbeiten, schreien zum Himmel.“

Das hochkomplexe System der Wertschöpfungskette mit unzähligen
Arbeitsschritten ist für Verbraucherinnen und Verbraucher oft kaum
nachzuvollziehen. „Umso mehr müssen wir uns die Mühe machen, hinter
die Kulissen zu schauen, um nicht nur auf die unhaltbaren Zustände in
den Fabriken hinzuweisen, sondern uns mit unseren Partnern vor Ort
und in Gesprächen mit Unternehmen dafür einsetzen, dass Menschen zu
ihrem Recht kommen“, so Bosse-Huber. „Es geht aber auch darum, wie
wir selbst anders mit Kleidung umgehen können, etwa durch Upcycling.
Und dass wir aufzeigen, was inzwischen an Alternativen an öko-fairen
Textilien auf dem Markt ist.“

Das Materialheft bietet Hintergrundinformationen zu
Produktionsstätten von Textilien sowie Interviews mit Näherinnen und
Nähern, Informationen zum bestehenden internationalen Rechtsrahmen
und dazu, wie und wo Käufer und VerbraucherInnen sich engagieren
können. Es informiert über Bündnisse zur Verbesserung der
Arbeitssituation von Näherinnen und Nähern, zur
Unternehmensverantwortung und welche Projekte Unterstützung geben,
damit Menschen ihre Rechte kennen und einfordern können. Darüber
hinaus zeigt das Heft, wie das Thema Modeproduktion inzwischen
kritisch wahrgenommen wird: in Ausstellungen, Dokumentationen, Film
und Literatur.

Für die Arbeit in Gemeinden und für Gottesdienste wird der
biblisch-theologische Hintergrund zum Thema beleuchtet, eine
Kurzpredigt sowie liturgisches Material bereitgestellt. Die
Publikation gehört zur EKD-Menschenrechtsinitiative #freiundgleich,
die von Herbst 2018 bis Ende 2019 aus Anlass des 70. Jubiläums der
Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte veranstaltet wird.

Sie ist eine Teilkooperation mit der Vereinigten Evangelischen
Mission, Wuppertal. Gemeinsam veranstalten EKD und VEM am 11.
Dezember in der Citykirche Wuppertal ein Podiumsgespräch zum Thema
und eine Modenschau.

Das Heft steht zum Download unter
https://www.ekd.de/tag-der-menschenrechte-29866.htm oder https://www.
ekd.de/ekd_de/ds_doc/menschenrechte_textilindustrie_2018.pdf bereit.

Hannover, 26. Oktober 2018

Pressestelle der EKD

Kerstin Kipp

Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 – 2796 – 269
E-Mail: presse@ekd.de

Original-Content von: EKD Evangelische Kirche in Deutschland, übermittelt durch news aktuell

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